Anfrage von Gemeinderat Brandstetter an Vizebürgermeister Mag. Hajart, MBA betreffend 'Ampelschaltungen im Linzer Stadtgebiet'

6 · Anfrage · 25. Sitzung

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Status:Beantwortet

Zusammenfassung

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Im Linzer Stadtgebiet stehen 206 Verkehrslichtsignalanlagen im Betrieb, davon 76 mit Anmeldetasten und 177 mit intelligenter Sensorik. Die Ampelschaltungen sollen grundsätzlich auf örtliche Gegebenheiten, den öffentlichen Verkehr und den motorisierten Verkehr Rücksicht nehmen; mehrere Umläufe für Fußgängerinnen und Radfahrerinnen sind laut Auskunft an regulären Kreuzungen nicht vorgesehen, können aber in Ausnahmefällen bei Sonderprogrammen oder Verkehrsbeeinflussung verzögert werden. Die Wartezeit nach Betätigung eines Druckknopfs hängt von Kreuzungsgeometrie, Verkehrsaufkommen und der Koordinierung des öffentlichen Verkehrs ab und reicht von wenigen Sekunden bis zu mehr als einer Minute. Praktisch alle Anlagen werden zeitgesteuert betrieben, 118 davon im Nachtblinkbetrieb; auch an Landesstraßen liegt der Betrieb überwiegend bei der Stadt Linz, nur wenige Sonderfälle werden vom Land Oberösterreich betreut. Der weitere Ausbau situationsabhängiger Verkehrssteuerungen wird als laufend und prioritär beschrieben.

Schlagwörter (10):ampelschaltungenverkehrslichtsignalanlagenverkehrssteuerungfußgängerverkehrradverkehrsensorikdruckknopfsteuerungöffentlicher verkehrlandesstraßenmobilitätsplanung
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Sehr geehrter Herr Hajart, wer aufmerksam im Linzer Stadtgebiet unterwegs ist, wird regelmäßig beobachten, wie Fußgänger*innen und Radfahrer*innen oftmals trotz roter Ampeln die Straße überqueren. Wer sich mit dem Thema Verkehrsplanung beschäftigt, für den ist das wenig überraschend, denn die Ampelschaltungen an den Kreuzungen in Linz sind zum einen oft auf die Hauptverkehrszeiten ausgelegt und zum anderen hauptsächlich auf die Bedürfnisse des Autoverkehrs ausgerichtet. So kann es vorkommen, dass man spät abends vor einer leeren Kreuzung lange auf Grün warten muss. Andere Länder sind uns in dieser Hinsicht schon lange voraus, zum Beispiel mit sensorgesteuerten Ampeln, die dynamisch auf das aktuelle Verkehrsaufkommen reagieren. Weiters gibt es viele Kreuzungen, an welchen Fußgänger*innen und Radfahrer*innen teils mehrere Ampelphasen abwarten müssen, um eine Kreuzung queren zu können. Beispiele hierfür sind der Bulgariplatz, die Kreuzung Bahnhofstraße/Wiener Straße, die Kreuzung Bahnhofstraße/Humboldtstraße oder die Kreuzung Raimundstraße/Makartstraße. Um in diesem Bereich fundierte Anträge einbringen zu können, bitten wir um die Beantwortung folgenden Fragen (bitte jeweils gruppiert nach statistischem Bezirk und gerne schriftlich): 1. Wie viele ampelgeregelte Kreuzungen gibt es? 2. An wie vielen dieser Kreuzungen müssen Fußgänger*innen oder Radfahrer*innen für eine Kreuzung mehrere Ampelphasen abwarten? Wie viele Ampelphasen müssen abgewartet werden? 3. Wie viele durch Druckknopf gesteuerte Ampeln gibt es? 3.a. Jeweils pro statistischen Bezirk als Kenngröße: Wie lange muss nach Auslösen des Druckknopfes 1) mindestens 2) im Median 3) maximal gewartet werden, bis die Ampel auf Grün schaltet. 4. Wie viele Ampeln werden mittels Sensoren angepasst an das aktuelle Verkehrsaufkommen geschaltet? 4.a. für Fußgänger*innen 4.b. für Radfahrer*innen 4.c. für öffentliche Verkehrsmittel 5. Wie viele Ampeln werden zeitgesteuert an das Verkehrsaufkommen angepasst? 6. Wie ist die Zuständigkeit für Ampelanlagen an Landesstraßen? Werden diese von der städtischen Verkehrsplanung angepasst oder gibt es dafür auf Landesebene eine eigene Instanz? Wie viel Einfluss hat die Stadt Linz hier? In Bezug auf die Zukunft: 7. Ist geplant, weitere Ampeln in Linz mit Verkehrssensoren auszustatten, so dass diese in Abhängigkeit der aktuellen Verkehrslage geschaltet werden? Herzlichen Dank für die Beantwortung der Anfrage!
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Zu 1.: Derzeit (Stand 20. September 2024) werden von der Stadt Linz 206 Verkehrslichtsignalanlagen (VLSA) betrieben. Zu 2.: Grundsätzlich müssen Fußgänger*innen und Radfahrer*innen bei keiner VLSA-geregelten Kreuzung mehrere Umläufe abwarten, um eine Grünphase zu erhalten. Nur in wenigen Ausnahmefällen, zum Beispiel beim Ablauf spezieller Sonderprogramme im Zusammenhang mit Veranstaltungen, kann es vorkommen, dass die Fußgänger*innen-Grünphase zugunsten des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) und/oder des motorisierten Individualverkehrs (MIV) kurzzeitig verzögert werden muss, um Staubildungen zu verhindern. Nicht selten erfolgt bei flexiblen Signalprogrammen im Anlassfall eine Dehnung der Umlaufzeit, wodurch für den*die Beobachter*in der Eindruck entstehen kann, dass die Grünphase für Fußgänger*innen ausgelassen und erst beim nächsten Zyklus geschaltet wird. Zu 3.: Momentan haben wir 76 Verkehrslichtsignalanlagen, die mit Anmeldetasten zur Anforderung einer Grünphase für Fußgänger*innen und Radfahrer*innen ausgestattet sind. Wie lange man nach der Betätigung des Anmeldetasters auf die Grünzeit warten muss, ist von örtlichen Gegebenheiten abhängig. Dazu zählen die Kreuzungsgeometrie aber auch die Menge der Fahrzeuge, Fußgänger*innen und Radfahrer*innen sowie ob es sich um einen Hauptverkehrsweg oder eine Nebenstraße handelt. Es muss auf örtliche Gegebenheiten Rücksicht genommen werden, auf die Koordinierung und die Beschleunigung des öffentlichen Personennahverkehrs und auf andere Faktoren. Die Wartezeiten können sich über einen Bereich von im Idealfall nur wenigen Sekunden bis im Extremfall hin zu einer Minute oder darüber hinaus - beispielsweise bei einer Beschleunigung des öffentlichen Personennahverkehrs – erstrecken. Zu 4.: Aktuell sind 177 der 206 Verkehrslichtsignalanlagen mit unterschiedlichster, intelligenter Sensorik ausgestattet, die auf das Verkehrsaufkommen Rücksicht nimmt. Die Anpassung erfolgt im Rahmen der jeweils definierten Parameter für Fußgänger*innen, Radfahrer*innen und öffentliche Verkehrsmittel gleichermaßen. Zu 5.: Praktisch alle Verkehrslichtsignalanlagen werden zeitgesteuert betrieben. Entweder durch entsprechende Signalprogramme für die Zeiträume Morgen, Tag, Abend, Nacht oder durch das sogenannte Nachtblinken. Weiters erfolgt auch eine Differenzierung zwischen Wochen-, Sonn- und Feiertagen. Zurzeit werden 118 Anlagen auf Nachtblinkbetrieb geschaltet. Zu 6.: Sämtliche Verkehrslichtsignalanlagen im Stadtgebiet werden von der Stadt Linz betrieben, auch Anlagen auf Landesstraßen. Nur einige wenige Sonderfälle wie beispielsweise die Anlagekette Salzburger Straße, werden spezifisch bedingt vom Land Oberösterreich betreut. Die Ausarbeitung der verkehrstechnischen Projekte für alle diese Anlagen geschieht durch die städtische Mobilitätsplanung. Demnach hat die Stadt Linz entsprechenden Einfluss auf das gesamte Verkehrsgeschehen im innerstädtischen Bereich. Zu 7.: Die Verbesserung der gesamten Linzer Verkehrstechnik ist laufend im Gange. Der weitere Ausbau situationsabhängiger Verkehrssteuerungen wird mit hoher Priorität vorangetrieben. Das ist eine sehr komplexe und spezifische Thematik, die auf den ersten Blick sehr einfach wirken mag. Aber wenn es Fragen gibt, diese bitte einfach direkt an den zuständigen Abteilungsleiter richten. Danke.