Anfrage von Gemeinderätin Piovesan an Vizebürgermeister Mag. Hajart, MBA betreffend „Urfix vorbei - Radweg noch immer gesperrt!“ von der Gemeinderatssitzung am 5. Juni 2025

9 · Anfrage · 30. Sitzung

Fragesteller:
Gerichtet an:

Status:Beantwortet

Zusammenfassung

KI Generiert

Im Mittelpunkt steht die wiederholte Sperre des Donauradwegs R1 beim Urfahranermarkt und die Frage, warum die blockierende „Almhütte“ auch nach dem Jahrmarkt noch am Radweg steht. Thematisiert werden die vertragliche Grundlage der Nutzung, mögliche Zahlungen über die Marktzeit hinaus sowie die Auswirkungen auf Alltagsradlerinnen, Radpendlerinnen und Radtouristinnen. Die Antwort verweist auf Zuständigkeiten beim Urfahranermarktgelände, auf die wirtschaftlichen und organisatorischen Nachteile einer vollständigen Freihaltung des Radwegs und auf die Sicherheitslage, die beim Frühjahrsmarkt eine geänderte Verkehrsführung erforderlich machte. Zugleich wird eine laufende Evaluierung der Mobilität rund um den Markt beschrieben, bei der Bürgerinnen, Anrainerinnen, Blaulichtorganisationen und Fachabteilungen eingebunden sind. Für den Herbstmarkt und das neue Sicherheitskonzept werden weitere Optimierungen sowie die Prüfung alternativer und mobiler Barrieren angekündigt.

Schlagwörter (10):donauradwegurfahranermarktradwegsperreverkehrsführungradverkehrsicherheitskonzeptmobilitätnaherholungsgebietlieferverkehrveranstaltungslogistik
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Sehr geehrter Herr Verkehrsstadtrat und Marktreferent Martin Hajart, in der Zwischenzeit ist der Jahrmarkt vorbei, doch der Donauradweg bleibt nach wie vor durch eine riesige ‚Almhütte‘ blockiert - der Radweg R1 ist weiterhin gesperrt! Dieser internationale Donauradweg ist übrigens Teil des EuroVelo 6, einer der beliebtesten Radrouten Europas, die vom Atlantik bis zum Schwarzen Meer führt und dabei auch durch Linz verläuft. Umso unverständlicher ist es, dass diese Route in Linz - im Abschnitt des Urfahrzanermarktgeländes - bei allen Großveranstaltungen stets gesperrt wird und selbst nach Ende der Veranstaltung immer noch gesperrt ist. Diese sich jährlich wiederholende Praxis stößt bei Alltagsradler*innen, Radpendler*innen und Radtourist*innen immer wieder auf Unverständnis. Denn das Ausweichen auf den Treppel- und Gehweg schafft unnötige Konflikte und gefährliche Situationen. Auch für unsere Gäste aus dem In- und Ausland ist das kein schönes Signal. In diesem Zusammenhang ersuche ich Sie um die Beantwortung meiner Fragen: 1. Warum steht, obwohl der Jahrmarkt bereits länger vorbei ist, die ‚Almhütte‘ immer noch am Radweg? 2. Was ist die vertragliche Grundlage dafür? Gibt es einen schriftlichen Miet-/Nutzungsvertrag? Für welchen Zeitraum genau gilt dieser Vertrag? Wie wird der Verbleib der Hütte, auch nach dem Urfahrzanermarkt begründet? Gibt es dafür ein öffentliches Interesse? Wenn ja, wieviel zahlt der*die Eigentümer*in der Hütte (für die Nutzung des Radweges) über die Dauer des Jahrmarktes hinaus? 3. Bleibt der Radweg im Herbst frei, wenn nein, warum nicht? Wurden in diesem Zusammenhang alternative Aufstellungen, ein Verlagern der Flächen für Parken und Wohnen der Mitarbeiter*innen außerhalb des Marktgeländes oder eine Verkleinerung des Jahrmarktes geprüft? Wenn ja, was ist das Ergebnis, wenn nein, warum wurden Alternativen nicht geprüft? 4. Hat eine Evaluierung der Mobilität rund um den Jahrmarkt stattgefunden? Wenn ja, was ist das Ergebnis? Wie wurde evaluiert? Wurden Anrainer*innen in die Evaluierung einbezogen? Was sind die Erkenntnisse und was die Veränderungen für den Herbst? 5. Wegen der möglichen Terrorgefahr (durch in Menschenmengen fahrende Attentäter) wurden Sicherheitsbarrikaden nötig. Diese haben allerdings auch die bisher genutzten Zufahrten blockiert. In Reaktion darauf wurde ein großer Teil der Zu- und Abfahrt zum Marktgelände über den Donauradweg, das Naherholungsgebiet und den Kinderspielplatz geführt. Daraus entstanden gefährliche Situationen, darüber hinaus ist es nicht nachvollziehbar, warum das ganze Umfeld in Mitleidenschaft gezogen wird. Wie wollen Sie das in Zukunft lösen? Wurden andere Sperren, zum Beispiel mobile oder ausklappbare, untersucht? Wenn ja, haben Sie vor, diese im Ausschuss rechtzeitig zu präsentieren und der Öffentlichkeit zu kommunizieren? Angesichts der Dringlichkeit bitte ich um rasche Beantwortung dieser Fragen.
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Zu 1. und 2.: Hier ist es wiederum so, dass die ersten beiden Anfragen in eine Unzuständigkeit meinerseits münden, denn die Auf- und Abbauarbeiten betreffen das Urfahranermarktgelände außerhalb der Marktzeiten. Diese werden im Zuge einer pauschalen Grundeigentümer*innenzustimmung durch den Bürgermeister festgelegt. Zu 3.: Wie ich bei der vorigen Anfragebeantwortung schon gesagt habe, würde eine vollständige Freihaltung des bestehenden Radwegs während des Marktes den zur Verfügung stehenden Platz erheblich einschränken und könnte zu massiven organisatorischen und wirtschaftlichen Nachteilen für die Beschickerinnen und Beschicker führen. Eine solche Reduktion der Marktfläche steht nicht im Interesse der Stadt, da sie die Attraktivität und Wirtschaftlichkeit des Urfahranermarktes wesentlich beeinträchtigen würde. Die derzeitige Lösung auf Höhe des Urfahranermarktgeländes stellt daher einen nötigen Kompromiss zwischen den berechtigten Anliegen der Radfahrer*innen und den Erfordernissen des Urfahranermarktes dar. Durch die polizeiliche Feststellung der Sicherheitslage waren beim Frühjahrsmarkt verstärkte Sicherheitsvorkehrungen und eine geänderte Verkehrsführung notwendig. Hier kann und soll an Verbesserungen des Lieferverkehrs gearbeitet werden. Dazu gab es im letzten Ausschuss für Mobilität und Märkte einen Bericht, den Kollege Potocnik vielleicht weitergegeben hat. Zu 4.: Die Mobilität rund um den Urfahranermarkt wird fortlaufend evaluiert. Dabei stehen wir in engem und regelmäßigem Austausch mit Bürger*innen, Anrainer*innen, den Blaulichtorganisationen sowie den städtischen Fachabteilungen. Zusätzlich finden in der Vorbereitungs- und Nachbereitungsphase regelmäßige Abstimmungstermine mit allen relevanten Stellen statt. Diese kontinuierliche Abstimmung ermöglicht uns, Erfahrungen der vorangegangenen Märkte zeitnah in die Planungen einfließen zu lassen und gegebenenfalls Anpassungen vorzunehmen. Auch Rückmeldungen aus der Bevölkerung, sowohl informell als auch über formale Kanäle, werden ernst genommen und in die Überlegungen miteinbezogen. Für den Herbstmarkt werden auf Basis dieser Rückmeldungen erneut Optimierungen in der Verkehrsführung vorgenommen, um den Aufenthalt für alle Beteiligten noch sicherer und angenehmer zu gestalten. Zu 5.: Wir sind uns bewusst, dass durch diese Barrieren gewohnte Zufahrtswege blockiert wurden und sich daraus in der Folge neue Verkehrsführungen ergeben haben, unter anderem auch durch sensible Bereiche wie den Donaupark und das angrenzende Naherholungsgebiet. Diese Lösung wurde nach mehreren Gesprächen gemeinsam mit der Polizei erarbeitet, nachdem klar wurde, dass die bisherige Engstelle am Treppelweg Richtung Ars Electronica Center (AEC) dringend entlastet werden musste. Die bisherige Lösung war insbesondere für Blaulichtorganisationen unzumutbar, da ein rasches Durchkommen im Ernstfall nicht mehr gegeben war. Die derzeitige Lösung stellte daher einen Versuch dar, Sicherheit und Funktionsfähigkeit der Verkehrs- und Rettungsinfrastruktur sicherzustellen. Gleichzeitig ist mir aber auch bewusst, dass dies nicht in allen Bereichen auf Verständnis stößt und Optimierungspotenzial gegeben ist. Daher werden, wie bereits erwähnt und im Ausschuss dargelegt – ich verweise wieder auf den Kollegen Potocnik –, alternative Lösungen geprüft. Auch mobile oder versenkbare Barrieren werden in die Überlegungen miteinbezogen. Vor allem im Hinblick auf das neu zu erstellende Sicherheitskonzept wird dies eine zentrale Rolle spielen. Ziel ist es, mittelfristig praktikablere Varianten zu finden, die sowohl den hohen Sicherheitsanforderungen als auch der Schonung des Naherholungsraumes besser gerecht werden. Selbstverständlich ist vorgesehen, die Ergebnisse dieser Prüfung rechtzeitig wieder dem zuständigen Ausschuss vorzustellen und auch der Öffentlichkeit transparent zu machen.