Anfrage von Gemeinderat Mag. Roth-Schmida an Stadtrat Mag. Dr. Raml betreffend 'Hundefreilaufzone im Wasserwald Linz'

7 · Anfrage · 25. Sitzung

Gerichtet an:

Status:Beantwortet

Zusammenfassung

KI Generiert

Die Hundefreilaufzone im Wasserwald wurde nach Beschwerden und Konflikten zwischen Hundehalterinnen und Hundehaltern, Spaziergängern, Familien, Läufern sowie Anrainerinnen und Anrainern neu geordnet. Als Gründe wurden gefährliche Situationen, Beißvorfälle mit nicht angeleinten Hunden und unterschiedliche Nutzungsinteressen im Naherholungsraum genannt; eine genaue Zahl der Beschwerden ließ sich wegen der vielen Meldestellen nicht angeben. Die neue Aufteilung soll eine möglichst konfliktarme Nutzung ermöglichen, wobei weiterhin mehr als 20 Hektar Freilauffläche zur Verfügung stehen. Für die Infrastruktur wurden bereits neue Sitzbänke montiert und die Pflege an die neue Nutzung angepasst, weitere Verbesserungen durch die LINZ AG wurden in Aussicht gestellt. Zur Entschärfung der Spannungen wurden Gespräche mit Anrainern, Schrebergartenvertretern und Hundebesitzern geführt; das Stadtteilzentrum Auwiesen unterstützt den Dialog und das Zusammenleben vor Ort.

Schlagwörter (10):hundefreilaufzonewasserwaldhundehaltungnaherholungsraumanrainerkonfliktfreilaufflächenparknutzunginfrastrukturlinz agkonfliktlösung
FragetextEinblendenAusblenden
„Sehr geehrter Herr Stadtrat, mit der Hundefreilaufflächenverordnung 2021 wurde die Zuständigkeit für die Festlegung der Freilaufflächen für Hunde vom Gemeinderat auf den Stadtsenat übertragen. Dadurch entfällt die Möglichkeit einer öffentlichen Diskussion vor der Entscheidung. Ende Mai dieses Jahres hat der Linzer Stadtsenat auf Drängen der LINZ AG als Grundeigentümerin nun eine Neuregelung für die beliebte Hundefreilaufzone im Wasserwald beschlossen, die bei vielen Hundehalterinnen und -haltern auf Unmut stößt. Auch angrenzende Anwohnerinnen und Anwohner sowie Besitzerinnen und Besitzer der Schrebergärten sind mit der neuen Freilaufzone unzufrieden. Eine Online-Petition von Hundehalterinnen und -haltern wurde von rund 2.300 Personen unterzeichnet. Besonders kritisiert werden die Nähe zu stark befahrenen Straßen sowie einem Radweg und die unzureichende Infrastruktur in einer wildreichen Zone. Die neuen Freilaufflächen im Wasserwald sind zudem kleiner, am Rand situiert und voneinander getrennt. Ich stelle daher laut Statut Linz § 12 nachstehende Anfragen: 1. Können Sie bitte näher erläutern, warum die Hundefreilaufzone verlegt wurde? Welche Überlegungen standen hinter dieser Entscheidung? Wurden als Grundlage für die Entscheidung konkrete Fälle und Beschwerden seitens der LINZ AG vorgelegt bzw. liegen Ihnen solche vor? Wenn ja, wie viele Beschwerden gibt es und von wie vielen unterschiedlichen Personen stammen diese? 2. Wie ist die weitere Vorgangsweise hinsichtlich der Infrastruktur, beispielsweise in Form von Trinkbrunnen, Sitzbänken, Hundekotsackerlspendern, Mistkübeln, befestigte Wegen, etc. auf der neuen Freilaufzone? Welche Maßnahmen wurden bereits ergriffen und welche sind noch geplant, um die Situation auf den neuen Flächen zu verbessern? Wird es eine Absicherung zur Salzburgerstraße hin geben? 3. Wie wird mit dem hohen Konfliktpotential mit Anwohnerinnen und Anwohner sowie Besitzerinnen und Besitzer der Schrebergärten durch die Verlegung der Flächen umgegangen? Welche Initiativen sind geplant, um ein positives Miteinander zwischen Hundehalterinnen und -haltern und der umliegenden Bevölkerung zu fördern? Danke für die Beantwortung.“
AntwortEinblendenAusblenden
Zu 1: Dazu möchte ich ausführen, dass der Wasserwald täglich von verschiedensten Nutzergruppen besucht wird, und zwar von Spaziergängern allen Alters, von Familien, von Läufern sowie von Nutzern des dort angesiedelten Fitnessparks. Natürlich möchten auch Hundehalter den Naherholungsraum gleichermaßen genießen. Leider gab es in den vergangenen Jahren bei den unterschiedlichsten Stellen immer wieder Beschwerden über Zusammenstöße zwischen Hunden, ihren Besitzern und Spaziergängern, Läufern, Familien und anderen. Es gab beispielsweise sowohl Meldungen von Eltern, die Sorge um ihre Kinder hatten, Meldungen von älteren Menschen, die in Ruhe spazieren gehen wollten, als auch von Hundebesitzern, die sich wiederum über das Verhalten anderer Hundebesitzer beschwert haben. Es kam auch immer wieder zu gefährlichen Situationen und zu Beißvorfällen mit nicht angeleinten Hunden. Die Beschwerden langten bei unterschiedlichen Abteilungen im Magistrat ein, auch bei der LINZ AG selbst oder in unterschiedlichen politischen Büros. Oftmals wurden auch die Mitarbeiter der Grünraum- und Parkpflege der LINZ AG direkt vor Ort mit Schilderungen über Konflikte konfrontiert. Die konkrete Nennung einer genauen Anzahl der Beschwerden ist aufgrund dieser Vielfältigkeit daher nicht möglich. Die Entscheidung, meine sehr geehrten Damen und Herren, zur Neugestaltung der Freilaufflächen wurde angesichts dieses Spannungsverhältnisses in der Stadtregierung von allen Parteien einstimmig - das ist nicht selbstverständlich - nach einer sorgfältigen Abwägung der verschiedenen Interessen getroffen. Die neuen Zonen wurden so gewählt, dass sie sowohl für Hundehalter als auch für Nicht-Hundehalter eine möglichst konfliktfreie Nutzung des Parks gewährleisten. Ich möchte betonen, dass nach wie vor mehr als 20 Hektar Freilauffläche zur Verfügung stehen. Mir - und ich denke, vielen anderen auch – ist bewusst, dass Veränderungen wie diese oft auf Unverständnis stoßen und sie teilweise als nachteilig empfunden werden, insbesondere, wenn langjährige Gepflogenheiten betroffen sind. Ich möchte aber auch betonen, dass es auch zahlreiche positive Rückmeldungen auf diese Änderung gegeben hat, beispielsweise auch von Hundebesitzern, denen diese Neuaufteilung wesentlich lieber ist. Zu 2: Die zweite Frage betrifft die Infrastruktur im Park. Das Präsidium hat mir mitgeteilt, dass diese Frage im Rahmen dieser Anfrage unzulässig ist, weil sie nicht den eigenen Wirkungsbereich der Stadt betrifft. Der Wasserwald steht bekanntlich im Eigentum der LINZ AG und sämtliche Infrastruktur wird auch von der LINZ AG geplant, zur Verfügung gestellt, finanziert und erhalten. Aber selbstverständlich sage ich Ihnen gerne meinen Wissensstand dazu. Die LINZ AG hat zugesagt, die neue Freilauffläche für die Nutzer zu attraktivieren. Es wurden zum Beispiel bereits mehrere neue Sitzbänke montiert und auch die Mäharbeiten wurden der neuen Nutzung angepasst. Mir ist natürlich auch wichtig, dass es noch weitere Verbesserungen seitens der LINZ AG dort geben wird und ich habe diesbezüglich auch erst kürzlich wieder bei der LINZ AG urgiert. Zu 3: Dazu gab es bereits Gespräche mit einigen Anrainern, Vertretern der Schrebergärten und einigen Hundebesitzern. Für mich steht im Mittelpunkt, dass die Grundlage für ein gutes Miteinander der verschiedenen Nutzergruppen des Wasserwalds in der wechselseitigen Rücksichtnahme und im Verständnis dafür liegt, dass es dort einfach unterschiedliche Interessen gibt. In diesem Fall leistet das Stadtteilzentrum Auwiesen seit vielen Jahren kompetente Unterstützung in Angelegenheiten des Zusammenlebens und auch bei der Lösung von Konflikten. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dieses Stadtteilzentrums waren auch bereits mehrmals vor Ort, um einen besseren Dialog zwischen allen Beteiligten zu unterstützen. Es gibt auch die Zusage, weiterhin dafür zur Verfügung zu stehen. Soweit meine Beantwortung. Der geschäftsführende Vizebürgermeister Prammer „Der anfragende Gemeinderat Mag. Michael Roth-Schmida hat eine Zusatzfrage.“ Gemeinderat Mag. Roth-Schmida „Genau, so ist es, danke, Herr Vizebürgermeister, danke Herr Stadtrat, auch für die Anfragebeantwortung. Das Thema bewegt die Menschen und ich habe einige Zusendungen bekommen, in denen gebeten wurde, zwei Zusatzfragen zu stellen. Zitat: ‚Die kürzlich verordnete Hundefreilaufzone im Wasserwald kann aufgrund der in der Verordnung festgehaltenen Flächen nicht als zusammenhängendes Gebiet betrachtet werden. Diese verordneten Grundstücke sind durch Flächen unterbrochen, die einem anderen Grundstückseigentümer - öffentliches Gut – gehören, beziehungsweise teilweise nicht der vorgesehenen Widmung entsprechen. 1. Wurde dieser Sachverhalt bei der Verordnung der Hundefreilaufzone berücksichtigt und wenn ja, wie? 2. Wie gewährleisten Sie, dass es auf diesen nicht zur Hundefreilaufzone gehörenden Grundstücken zu keinen Gefährdungen kommt, insbesondere da die einzelnen Grundstücke der Hundefreilaufzone nicht eingezäunt sind?‘ Vielen Dank.“ Stadtrat Mag. Dr. Raml „Spontan kann ich dazu sagen, dass niemals davon gesprochen worden ist, dass eine Hundefreilaufzone eine zusammenhängende Fläche sein müsse. Von der zuständigen Abteilung wurde mir mitgeteilt, dass die Widmungskonformität hier selbstverständlich unproblematisch ist. Ich glaube, dass es auch ein Vorteil sein kann, wenn mehrere Einzelfreilaufflächen für Hunde zur Verfügung stehen. Warum? Weil es auch innerhalb einer Hundefreilaufzone unterschiedliche Wünsche gibt. Es hat zum Beispiel auch Wünsche von Hundebesitzern gegeben, künftig überhaupt nur mehr eine kleinere, eingezäunte Hundefreiflächen festzulegen. Daher sehe ich hier eigentlich kein Problem darin, dass das keine zusammenhängende Fläche ist. Zur Frage, wie gewährleistet werden soll, dass Hunde nicht außerhalb dieser Freilaufzone freilaufen: Der Wasserwald war bis jetzt nirgends eingezäunt und bietet eine Fläche von mehr als 20 Hektar. Da wird man, schon allein aus faktischen Gründen, keinen Zaun rundherum ziehen können. Am Ende des Tages gilt auch dort, wie überall im Stadtgebiet, dass natürlich die Hundehalterinnen und Hundehalter die Hauptverantwortung dafür tragen, dass sich die Hunde nur auf dem zulässigen Areal frei bewegen. Wie gesagt, das sind mehr als 20 Hektar, also da ist noch sehr viel möglich.“