Anfrage von Gemeinderat Mag. Roth-Schmida an Stadtrat Prammer betreffend 'Status Stadtentwicklungsprojekt Ebelsberg'

10 · Anfrage · 22. Sitzung

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Status:Beantwortet

Zusammenfassung

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Das Stadtentwicklungsprojekt Ebelsberg umfasst die Umwidmung und Bebauungsplanung für den unbebauten Teil des Kasernenareals und die dahinterliegenden Sommergründe mit rund 3.000 Wohnungen für etwa 6.000 Personen. Die öffentliche Planauflage samt Veröffentlichung der strategischen Umweltprüfung soll in den nächsten drei Monaten erfolgen; die Bebauungspläne werden parallel zur Umweltverträglichkeitserklärung weiterbearbeitet. Als Gründe für die Verzögerung werden die Größe und Komplexität des Vorhabens, mehrere Bauträger und Stakeholder sowie die erforderlichen weiteren Planungs- und Prüfverfahren genannt. Für das Gebiet sind Wohnungen, Arbeitsplätze sowie kulturelle, soziale und medizinische Einrichtungen vorgesehen; Kinderbetreuung und Schulen sollen in der Planung mitgedacht werden. Nachhaltige Bauweisen wie Solarnutzung und teilweise Holzbau werden von den Bauträgern angestrebt, sollen nach aktuellem Stand aber nicht verbindlich in den Bebauungsplänen festgeschrieben werden.

Schlagwörter (10):stadtentwicklungsprojektebelsbergflächwidmungbebauungsplanstrategische umweltprüfungumweltverträglichkeitsprüfungwohnbaustadtplanungnachhaltiges bauenmobilitätskonzept
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„Sehr geehrter Herr Stadtrat, in Linz Ebelsberg wurde in Folge des kooperativen Planungsverfahrens für das Stadtentwicklungsprojekt Kaserne Ebelsberg sowie der anschließenden Sommergründe seitens der Stadt Linz das Umwidmungsverfahren für die dafür erforderliche Flächenwidmung eingeleitet. Gemäß dem Oberösterreichischen Raumordnungsgesetz ist im Rahmen des Flächenwidmungsverfahrens eine Strategischen Umweltprüfung (SUP) durchzuführen und ein Umweltbericht aufzulegen. Außerdem muss dieses Stadtentwicklungsprojekt noch durch eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP). Für die Kaserne Ebelsberg wurde bereits eine Änderung der Flächenwidmung und der Bebauungspläne bei der Gemeinderatssitzung am 29. Juni 2023 beschlossen. Im Jänner 2024 haben die Umbau- und Adaptierungsarbeiten bei den ehemaligen Kasernenbauten begonnen. Für den derzeit noch unbebauten Teil des Kasernenareals sowie die dahinterliegenden Sommergründe ist das Verfahren jedoch noch nicht abgeschlossen. Auch die Strategische Umweltprüfung (SUP) mit der zusammenfassenden Erklärung wurde noch nicht veröffentlicht. Ich bitte daher um nähere Details zum aktuellen Stand der Strategischen Umweltprüfung (SUP) und der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) für dieses Stadtentwicklungsprojekt. Zudem zielt die Anfrage auf konkrete Maßnahmen oder Pläne hinsichtlich Umwelt- und Mobilitätsaspekte für das Entwicklungsgebiet in Linz Ebelsberg ab. Ich stelle daher laut Statut Linz § 12 nachstehende Anfrage: 1. Wann ist mit einer Veröffentlichung der Strategischen Umweltprüfung bzw. mit einer Auflage eines neuen Flächenwidmungsplanes und Bebauungsplanes für den Großteil des Areals beim Stadtentwicklungsprojekt Ebelsberg zu rechnen? 2. Was sind die Gründe, warum sich die Umsetzung verzögert und ein neuer Flächenwidmungs- und Bebauungsplan für den unbebauten Teil des Kasernenareals sowie die dahinterliegenden Sommergründe noch nicht vorliegt? 3. Wie weit ist das UVP-Verfahren hier fortgeschritten und werden die Bürgerinnen und Bürger aus Linz Süd in die Ausarbeitung der Umweltverträglichkeitsprüfung einbezogen, ähnlich wie bei der vorherigen Bürgerbeteiligung im kooperativen Verfahren? 4. Wie ist der derzeitige Stand beim Mobilitätskonzept, insbesondere beim öffentlichen Verkehr für das Planungsgebiet? Wird mit oder ohne den Buslinien 13 und 14 geplant? Falls ein Verzicht auf diese beiden Buslinien in Betracht gezogen wird, wie soll dann eine attraktive Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr sichergestellt werden? Welche Maßnahmen sind aktuell geplant, um eine ‚Stadt der kurzen Wege‘ bei diesem Projekt umzusetzen? Wird an der Idee von zentralen Sammelgaragen für Kraftfahrzeuge festgehalten? Welche Vorgaben werden hinsichtlich der aktiven Mobilität, also für die Geh- und Radinfrastruktur, getroffen? 5. Im Bebauungsplan können auch Festlegungen hinsichtlich einer ökologischen, umweltverträglichen Bauweise getroffen werden. Wird es für die Bebauung der Sommergründe eine Vorgabe zu nachhaltigem Wohnbau, wie beispielsweise Holzbauweise oder Solarnutzung, geben? Danke für die Beantwortung.“
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Bei dieser Anfrage geht es um den Status des Stadtentwicklungsprojekts Ebelsberg. Unser wichtigstes Stadterweiterungsprojekt, das Sommerfeld Ebelsberg, ist das größte und ambitionierteste Stadterweiterungsprojekt aktuell und auch für die kommenden Jahre. Es umfasst die aktuelle Sanierung der ehemaligen Kasernengebäude durch die WSF Privatstiftung, wofür wir vergangenes Jahr im Gemeinderat auch bereits die Flächenwidmung geändert haben. Parallel dazu arbeiten wir intensiv mit den Bauträgern daran, die Ergebnisse des kooperativen Verfahrens in den Flächenwidmungs- und Bebauungsplänen umzusetzen. Das betrifft den derzeit noch unbebauten Teil des Kasernenareals, sowie die dahinterliegenden Sommergründe, auf denen die Neue Heimat, die WAG Wohnungsanlagen Gesellschaft m.b.H. und die GIWOG Gemeinnützige Industrie-Wohnungs-AG geförderte Wohnungen errichten werden. In diesem neuen, lebendigen Stadtviertel sollen neben Wohnungen und Arbeitsplätze auch kulturelle und soziale Einrichtungen Platz finden, sowie ein vielfältiges Angebot an Geschäften entstehen. Der Bedarf an Kinderbetreuungseinrichtungen und Schulen wird selbstverständlich in den Planungen angepasst. Außerdem ist auch die Schaffung einer medizinischen Versorgung für die künftigen Bewohner*innen, aber auch für ganz Ebelsberg vorgesehen. Ich komme nun zu den Fragen. Zu 1.: Wir befinden uns derzeit mitten im Verfahren zur Änderung des Flächenwidmungsplans. Die öffentliche Planauflage und damit einhergehend auch die Veröffentlichung der strategischen Umweltprüfung soll in den nächsten drei Monaten erfolgen. Die weitere Bearbeitung der Bebauungspläne erfolgt dann parallel mit der Erarbeitung der sogenannten Umweltverträglichkeitserklärung. Zu 2.: Aufgrund der Größe des Projekts - wir sprechen hier von geplanten 3000 Wohnungen für etwa 6000 Personen - veranschlagen wir eine Bauzeit von etwa zehn Jahren. Die gesamte Stadtteilentwicklung ist sehr komplex. Wir haben hier verschiedene Bauträger und Stakeholder, wir haben ein kooperatives Verfahren abgehalten, es wird eine Umweltverträglichkeitsprüfung geben, wir müssen das ÖEK ändern, Flächenwidmung und so weiter. Unter all diesen Umständen war das derzeitige Entwicklungstempo durchaus zu erwarten. Ich möchte nur darauf hinweisen, dass die SolarCity bei weit weniger Wohnungen etwa 15 Jahre benötigt hat, der Kern der SolarCity. Und die weit größere Seestadt Aspern, ist schon zwei Jahrzehnte in Planung und Umsetzung und noch lange nicht abgeschlossen. Also ich glaube, wir befinden uns vom Zeitplan her durchaus in guter Gesellschaft. Ich wäre aber natürlich froh, wenn es schneller ginge. Zu 3.: Das UVP-Verfahren ist grundsätzlich keine Angelegenheit des eigenen Wirkungsbereichs der Stadt und kann daher von mir auch nicht beantwortet werden. Ich kann aber ganz generell sagen, dass das UVP-Gesetz eine verpflichtende Beteiligung der Öffentlichkeit vorsieht. Zu 4.: Diese Frage betrifft eine Angelegenheit, die nicht in meine Zuständigkeit fällt, ich kann diese unzulässige Frage daher auch nicht beantworten. Zu 5.: Wie ich aus den regelmäßigen Gesprächen mit den Bauträgern weiß, streben diese natürlich eine Solarnutzung im gesamten Areal und auch die teilweise Ausführung der Gebäude in Holzbauweise an. Wir sind diesbezüglich auch mit verschiedenen NGOs in Kontakt. Nach dem derzeitigen Stand werden wir das aber voraussichtlich nicht in den Bebauungsplänen festschreiben. Zum einen arbeiten wir bei der Photovoltaik ohnehin an einer Ediktalverordnung für das gesamte Stadtgebiet, zum anderen sind die künftigen Errichtungskosten des Holzbaus derzeit einfach noch nicht abschätzbar und damit ist auch die Vereinbarkeit mit den Richtlinien der oberösterreichischen Wohnbauförderung nicht sichergestellt. Das kann sich aber in den nächsten Jahren möglicherweise ändern.