Anfrage von Gemeinderätin Piovesan an Vizebürgermeister Mag. Hajart, MBA betreffend „Kaplanhofviertel: Anzahl Oberflächen- und Tiefgaragenstellplätze“

9 · Anfrage · 37. Sitzung des Gemeinderates der Landeshauptstadt Linz

Fragesteller:
Gerichtet an:

Status:Beantwortet

Zusammenfassung

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Die Parkplatzsituation im Kaplanhofviertel steht im Mittelpunkt, insbesondere die Zahl der Oberflächen- und Tiefgaragenstellplätze sowie die Datengrundlagen der Stadt. Genannt werden 1.853 Kfz-Stellplätze im öffentlichen Raum, darunter Dauerparkplätze, Kurzparkplätze, gebührenfreie Stellplätze und Bewohnerinnenparkplätze, sowie mehrere Tiefgaragen mit insgesamt 1.289 angeführten Stellplätzen. Die Stadt erhebt Stellplätze vor allem im öffentlichen Raum; private Stellplätze sind nur begrenzt erfasst, eine vollständige Erhebung gilt wegen des Aufwands und der laufenden Veränderungen als schwierig. Für künftige Bau- und Infrastrukturprojekte wird das Stellplatzerfordernis nach der Bautechnikverordnung berücksichtigt, Stellplatznachsichten sind bei Mobilitätskonzepten möglich. Durch neue Projekte und die Buslinie 48 werden im Gebiet weitere Veränderungen des ruhenden Verkehrs erwartet, teils mit Wegfall von Stellplätzen.

Schlagwörter (10):kaplanhofviertelparkraumsituationstellplätzetiefgaragenoberflächenparkplätzeruhender verkehrmobilitätskonzeptparkraummanagementöffentlicher raumöffi-offensive
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„Sehr geehrter Herr Vizebürgermeister Hajart, in der vergangenen Gemeinderatssitzung im Dezember 2025 wurden die Tabakfabrik-Garage an der Ecke Petzoldstraße/ Lederergasse sowie der neue Parkplatz auf der ehemaligen Tabakfabrik Gleistrasse hinter dem „Medicent“ ohne Mobilitätskonzept beschlossen. Rund 300 Stellplätze und entsprechend viele Fahrten werden dadurch ins bereits stark überlastete Kaplanhofviertel verfrachtet. Unter dieser Entwicklung leidet das Kaplanhofviertel. Denn schon in den letzten Jahren ist der Parkdruck und Verkehr stetig gestiegen, durch willkürlich gesetzte, meist von Investor*innen vorangetriebene Großprojekte wie der XXXLutz, das Blau-Weiß-Stadion, das neue Dynatrace-Headquarter, der QUADRILL oder das MIC-Gebäude. Dazu kommen Besucher*innen von der Eishalle, dem Brucknerhaus und dem Parkbad. Trotzdem gibt es bis heute kein ernst zu nehmendes Verkehrskonzept mit entsprechenden Maßnahmen. Auch öffentlich einsehbare Zahlen und Daten zum ruhenden Verkehr, sprich existierenden Parkplätzen im Viertel, egal ob Oberflächenparker oder Tiefgaragen existieren nicht. Genau diese wären aber die Grundlage, um vorhandene Stellplätze übergreifend besser nutzen und managen zu können. Aus diesen Erwägungen ersuche ich um Auskunft zur aktuellen Parkplatzsituation im rund 5.000 Einwohner*innen umfassenden Gebiet (siehe Luftbild unten) zwischen Weißenwolffstraße im Süden, Huemer- und Honauerstraße im Westen, der Donau im Norden und der A7 im Osten. Das Untersuchungsgebiet misst jeweils einen Kilometer in beide Richtungen. 1. Wie viele Kfz-Stellplätze befinden sich aktuell in diesem Bereich als registrierte Oberflächenparkplätze im öffentlichen aber auch im privaten Raum? Bitte um Aufschlüsselung nach den existierenden Kategorien wie Bewohner*innenparken / Stellplätze für Anrainer*innen, Gebührenpflichtiges Parken / Kurzparkzonen / Besucher*innenparken, Kostenfreies Parken sowie Sonderstellplätze (zum Beispiel Behindertenstellplätze). 2. Wie viele Kfz-Stellplätze befinden sich aktuell in diesem Bereich in Tiefgaragen, egal ob öffentlich oder privat - aufgelistet nach Garagen? 3. In welcher Form liegen der Stadt Linz hierzu aktuelle Daten vor (zum Beispiel Parkraumerhebungen, Studien, interne Erhebungen)? Bitte um kurze Beschreibung der Datengrundlage(n) und des/der Erhebungszeiträume. 4. Sind in den nächsten drei Jahren weitere Stellplätze im konkreten Gebiet geplant oder beschlossen (zum Beispiel Neubauten, Umwidmungen, Neuorganisation des ruhenden Verkehrs)? Wenn ja, wo? Bitte um Angabe der voraussichtlichen Zu- beziehungsweise Abnahme. Mit der Bitte um Beantwortung.“
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„Zuerst sei mir eine Anmerkung zu den Formulierungen in der Anfrageeinleitung erlaubt. Liebe Frau Kollegin Piovesan, du schreibst: „... durch willkürlich gesetzte, meist von Investor*innen vorangetriebene Großprojekte wie der XXXLutz, das Blau-Weiß-Stadion, das neue Dynatrace-Headquarter, der QUADRILL oder das MIC-Gebäude. Dazu kommen Besucher*innen von der Eishalle, dem Brucknerhaus und dem Parkbad.“ Ja, es gibt eine dynamische Entwicklung im Kaplanhofviertel, aber ich stehe dazu. Ich finde die Entwicklung sehr positiv. Du sagst, das ist alles so investor*innengetrieben. Nein, das ist durch die öffentliche Hand und durch Unternehmerinnen und Unternehmer getrieben. Ja, man braucht auch Investor*innen dazu. Dass man aber die Investor*innen verteufelt und sagt, dass alles, was investor*innengetrieben schlecht ist, sehe ich kritisch. Wir sehen im Kaplanhofviertel für die Bewohnerinnen und Bewohner eine positive Entwicklung. Dazu sind auch Investitionen notwendig. Das ist für dich, Kollegin Piovesan, wahrscheinlich „investor*innengetrieben“. Aber für mich ist es positiv, wenn man Wohnraum schafft, wenn sich Unternehmerinnen und Unternehmer ansiedeln und ihre Unternehmensstandorte weiterentwickeln. Zu 1.: Im öffentlichen Raum des Kaplanhofviertels gibt es 1.853 Kfz-Stellplätze, davon 516 Dauerparkplätze ohne zeitliche oder gebührenpflichtige Einschränkungen, 1.197 gebührenpflichtige Kurzparkplätze und 63 zeitlich begrenzte gebührenfreie Stellplätze. 43 Parkplätze sind Bewohner*innen mit Parkkarten vorbehalten. Zu 2.: Laut „Parken.at“ befinden sich im Kaplanhofviertel 180 Stellplätze in der Tiefgarage Parkbad der LINZ AG Bäder und 215 Stellplätze im Medizinischen Zentrum Linz von der APCOA Austria GmbH. Am Rand des Gebietes gibt es 793 Stellplätze in der Kepler Universitätsklinikum (KUK)-Parkgarage und 101 Stellplätze in der Klinik Diakonissen von der Best in Parking AG. Dazu kommen die neuen Garagen im QUADRILL und der Petzoldstraße. Weitere Garagen im Gebiet stehen nicht öffentlich zur Verfügung. Die Angaben sind aber ohne Gewähr, weil Tiefgaragenstellplätze in privaten Garagen nicht systematisiert werden. Zu 3.: Die Stadt Linz erhebt Stellplätze primär im öffentlichen Raum. Daten zu privaten Stellplätzen sind nach 2013 begrenzt verfügbar. Eine umfassende Erhebung aller Stellplätze ist aufgrund des hohen Aufwands und der dynamischen Veränderung, zum Beispiel durch Schanigärten oder Baustellen, nicht regelmäßig möglich. Aber im Rahmen des „Masterplans Parken“ wird ein „Decision Support System“ (DSS) entwickelt, um zukünftige Erhebungen und das Parkraummanagement zu optimieren. Ein digitaler Zwilling des Stadtraums könnte langfristig eine präzisere Erfassung ermöglichen. Zu 4.: Bei Bauprojekten im Kaplanhofviertel wird das Stellplatzerfordernis gemäß § 15 Oberösterreichische Bautechnikverordnung 2013 berücksichtigt. Stellplatznachsichten sind bei der Vorlage eines Mobilitätskonzepts möglich. Für entwickelte Projekte wie die Garage Lederergasse/Petzoldstraße soll verkehrsmäßig immer eine gute Lösung gefunden werden. Gleiches gilt bei Infrastrukturprojekten im Öffi-Bereich, wo sich bekanntlich in den nächsten Jahren sehr viel tun wird – Stichwort „Öffi-Offensive“. Durch die Errichtung der Buslinie 48 entfallen beispielsweise einige Stellplätze im öffentlichen Raum.“