Anfrage von Gemeinderätin Langbauer, BSc, an Bürgermeister Luger betreffend „Stehende Welle in Linz“

1 · Anfrage · 9. Sitzung des Gemeinderates der Landeshauptstadt Linz

Fragesteller:
Gerichtet an:

Status:Beantwortet

Zusammenfassung

KI Generiert

Die Errichtung einer stehenden Surfwelle an der Traun beim Linz-AG-Kraftwerk stand im Mittelpunkt. Ausgangspunkt war eine 2016 auf der Beteiligungsplattform eingereichte Idee, die als Projekt in der Kategorie Flüsse und Seen ausgezeichnet wurde. Die Prüfung erfolgte ausschließlich mit der Linz AG, die den Standort als Ausleitkraftwerk mit wechselnden Wasserverhältnissen und hohem Gefahrenpotenzial beschrieb. Wegen wehrtechnischer und sicherheitstechnischer Bedenken, insbesondere bei Störungen mit kurzfristig großer Wassermenge und Überschwemmungsgefahr, wurde die Umsetzung als nicht möglich beurteilt. Weitere Prüfungen zu Best-Practice-Beispielen, Standorten oder Kosten wurden nicht vorgenommen.

Schlagwörter (10):stehende wellesurfentraunlinz agwasserkraftwerksicherheitfreizeitinfrastrukturbeteiligungsplattformstadtplanungverkehrssicherheit
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„Sehr geehrter Herr Bürgermeister, eine stehende Welle würde das Freizeitangebot für alle Surfbegeisterten in Linz und jene die es noch werden wollen erweitern. Bereits im Oktober 2016 wurde die ‚Linzerwelle - der Surfspot in der Donau-Stadt-Linz‘ - eine sogenannte stehende Welle nahe dem Kleinwasserkraftwerk Traunwehr im Süden der Stadt - die beliebteste Idee der zweiten Kampagne zu Freiräumen in Linz auf der Beteiligungsplattform ‚Mein Linz‘. Ein Jahr später wurde jedoch verkündet, dass eine Umsetzung aus Sicherheitsgründen nicht möglich sei. In diesem Zusammenhang wird um Beantwortung folgender Fragen ersucht: 1. Wer hat die Prüfung für die stehende Welle in Linz vorgenommen bzw. mit welchen Unternehmen, Einrichtungen, Expertinnen und Experten wurde hier zusammengearbeitet? 2. Was genau wurde bezüglich der Umsetzbarkeit der stehenden Welle geprüft? a) Wurden Best-Practice Beispiele für die Prüfung herangezogen, wenn ja welche? b) Welche Standorte wurden für die stehende Welle in Linz geprüft? c) Wurden die Errichtungs- und Instandhaltungskosten für die Welle geprüft und wenn ja, wie hoch sind diese? 3. Zu welchen Ergebnissen kam die Prüfung bzw. welche Sicherheitsproblematik lässt die Umsetzung scheitern?"
AntwortEinblendenAusblenden
„Hier muss ich vorausschicken, dass das eine Vorgeschichte hat. Es gab 2016 im Herbst auf unserer Online-Beteiligungsplattform des Innovationshauptplatzes, einen Ideenfindungsprozess, wie wir unsere Freiräume in Linz generell anders, besser und kreativer nutzen könnten. Damals lieferten mehr als 1100 User*innen 230 ganz konkrete Ideen. Eine dieser Anregungen, die sogenannte ‚Linzer Welle‘ wurde schließlich durch eine Jury in der Kategorie Flüsse und Seen als bestes Projekt ausgezeichnet. Zu 1.: Die Prüfung der Idee ist konkret und ausnahmslos mit der Linz AG betrieben worden, denn diese ist für diesen konkreten Standort - den ich nachher auch in der Stellungnahme der Linz AG erwähnen werde - der einzige Ansprechpartner gewesen. Zu dieser stehenden Surfwelle beim Linz AG Kraftwerk an der Traun, ist bereits Anfang Jänner 2017 eine Prüfung erfolgt und eine Stellungnahme der Linz AG an mich ergangen. Ich darf diese jetzt im gesamten Wortlaut zur Kenntnis bringen. Sie werden sehen, dass sich daraus auch die anschließenden Fragen zwei und drei erübrigen. Die Stellungnahme der Linz AG lautet wie folgt: „Das von der Linz AG betriebene Wasserkraftwerk an der Traun ist ein sogenanntes Ausleitkraftwerk, das heißt, im Flussbett der Traun befindet sich eine Wehranlage mit vier automatisch gesteuerten Wehrfeldern, wo das Wasser über einen drei Kilometer langen Ausleitkanal zum Kraftwerk geleitet wird. Unterhalb des Kraftwerkes wird das Wasser wieder in das Flussbett der Traun eingeleitet. Eine bestimmte Menge des Wassers muss aber im ursprünglichen Flussbett der Traun verbleiben, das sogenannte Restwasser. Dieses Restwasser fließt aber nicht einfach ungenützt über die Wehranlage, sondern strömt durch eine eigene Wehrturbine und wird dort zur Stromerzeugung genutzt. Daraus folgt, an den meisten Tagen im Jahr fließt kein Wasser über die Wehre, sondern nur das Restwasser über die Wehrturbine. Natürlich gibt es auch Tage mit hohem Wasserangebot, wo eine bestimmte Überschusswassermenge über die Wehre fließt. Das ist aber witterungsabhängig und nicht vorhersehbar. Im Hochwasserfall kann es sogar vorkommen, dass über 1000 Kubikmeter pro Sekunde abfließen und das gesamte Gebiet rund um die Wehranlage überschwemmt wird. 537 Im Übrigen würden auch große sicherheitstechnische Bedenken bestehen und zwar in der Form, dass bei einer Störung im Wasserkraftwerk mit einer Schnellabschaltung die gesamte Wassermenge – das sind rund 130 Kubikmeter pro Sekunde – kurzfristig über die Wehranlage in das Flussbett der Traun abgeleitet werden muss und damit unmittelbar bei der Wehranlage und unterhalb ein hohes Gefahrenpotential für Personen besteht. Anmerkung: Deshalb sind in diesem Bereich auch Warnschilder aufgestellt. Schlussfolgernd aus dieser Stellungnahme: „Aus Sicht der Linz AG ist daher die Errichtung einer stehenden Surfwelle bei der Traun wehrtechnisch und aufgrund mangelnder Sicherheit nicht möglich.“ So endet diese Stellungnahme. Ich möchte in diesem Zusammenhang nur daran erinnern, dass wir alleine im letzten Jahr an dieser Stelle, vom Damm aus betrachtet, also nicht einmal am oder im Wehr oder am Wasser, mehrere Unfälle hatten, davon zwei sogar mit tödlichem Ausgang. Zu 2.: Die klare Antwort lautet: Nichts, nachdem die Linz AG auch keine Umsetzbarkeit konstatiert hat. Zu 3.: Das habe ich versucht in der Stellungnahme klar zu formulieren."