Anfrage von Gemeinderätin Mag.ª Grün an Vizebürgermeisterin Hörzing betreffend 'Sommerbetreuung'

7 · Anfrage · 27. Sitzung

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Status:Beantwortet

Zusammenfassung

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Im Mittelpunkt steht die Sommerbetreuung für Kinder in Linz, insbesondere die Frage nach kostenfreien und einkommensgestaffelten Angeboten sowie nach einer besseren Information und Erreichbarkeit für alle Familien. Begründet wird der Bedarf mit der hohen Belastung vieler Eltern in den Sommerferien, den Kosten externer Betreuung und dem Ziel, Integration, Inklusion und Bildungschancen zu stärken. Die Stadt verweist auf mehrere bestehende Ferienangebote wie Aktivtage, PIPPI – Play im Park, ferien@home, Pop-up-Zirkus, Sommer-Schwimmkurse und geförderte Feriencamps, die teils kostenlos oder finanziell unterstützt sind. Für die Aktivtage wurden 2024 noch freie Plätze gemeldet; die Spürnasenwoche war nicht voll ausgelastet und wird evaluiert und optimiert. Die Bewerbung erfolgt über Broschüren, Außenstellen, Stadtbibliotheken, Vereine, Kooperationspartner vor Ort sowie digitale Kanäle; für einzelne Angebote gibt es zudem Zusammenarbeit mit Partnern in den Stadtteilen und Nachbesprechungen zur Weiterentwicklung.

Schlagwörter (10):sommerbetreuungferienangebotekinderbetreuungkostenfreiheiteinkommensstaffelungintegrationinklusionbildungszugangfamilienentlastungstadtteile
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„Sehr geehrte Frau Vizebürgermeisterin, im vergangenen Sommer wurde in den Medien gehäuft berichtet, dass die Sommerferien für viele Eltern eine enorme Herausforderung, bezüglich der Betreuung ihrer Kinder, darstellen. Laut der vom Österreichischen Gewerkschaftsbund zitierten Arbeiterkammer-Schulkostenstudie 2024, empfinden 19 Prozent der Elternteile die Sommerferien als große Herausforderung, weitere 39 Prozent beschreiben sie als ziemlich belastend. Die Betreuung der Kinder wird mehrheitlich privat gestemmt. Nicht alle Familien haben ausreichend Unterstützung im privaten Umfeld, um die lange Zeit der Sommerferien, ohne kostenpflichtige externe Betreuung, abdecken zu können. Werden externe Betreuungsangebote in Anspruch genommen, sind diese oft nicht kostengünstig. Die Linzer Aktivtage bieten zwar ein breites Programm, teilweise zu einem erschwinglichen Preis, aber auch hier liegen die Kosten für die Betreuung für eine Ferienwoche bei über 600 Euro. Kostenfreie Sommerbetreuung bietet aber nicht nur Entlastung für Familien, sondern ist auch ein wesentlicher Hebel für die Integration und Inklusion von Kindern aus Familien mit nicht deutscher Muttersprache, sowie ein wichtiger Hebel für die Förderung einer guten Bildung für alle Kinder. Durch kostenfreie Betreuungs- und Förderungsangebote während der Sommerferien, einer entsprechenden flächendeckenden Information an alle Familien in Linz, sowie durch Unterstützung bei Anmeldung und Realisierung der externen Betreuung, können auch materiell schlechter gestellte Familien mit schlechten Deutschkenntnissen ihre Kinder in eine externe Betreuung geben. Sowohl die Kinder als auch die Eltern würden davon enorm profitieren. Vor diesem Hintergrund halte ich es für wichtig, dass die Stadt Linz einen Fokus auf die Bereitstellung kostenfreier und nach Einkommen gestaffelter Angebote legt. Zudem soll sichergestellt werden, dass alle gesellschaftlichen Gruppen Zugang zu diesem Angebot haben. Ich stelle daher laut Statut Linz § 12 nachstehende Anfrage: 1. Wurden die Linzer Aktivtage 2024 gut angenommen? Kam es zu einer Vollbelegung der Angebote? Mussten Kinder aufgrund von Kapazitätsgrenzen abgewiesen werden? Welche Angebote waren besonders gefragt, welche weniger? Wird das Angebot entsprechend evaluiert und optimiert? 2. Gibt es einen Austausch mit anderen Anbieter*innen von Sommerbetreuung im Linzer Stadtgebiet bezüglich der Abdeckung des entsprechenden Betreuungsbedarfs (zum Beispiel Kinderfreunde, Oberösterreichischer Familienbund, Kunst-Uni)? Finden vor dem Sommer Gespräche zur Abstimmung der Angebote statt, um eine flächendeckende und vielfältige Betreuung sicherzustellen? 3. Gibt es in allen Linzer Stadtteilen Betreuungsangebote, die von Familien, beziehungsweise von älteren Kindern selbständig und fußläufig erreichbar sind? 4. Gibt es aktuell Bemühungen um eine Weiterentwicklung des Angebots, um vermehrt kostenfreie Betreuung anzubieten, damit besonders materiell schlechter gestellten Familien ermöglicht wird, dass ihre Kinder in den Sommerferien zumindest 2-3 Wochen externe Betreuungsangebote in Anspruch nehmen können? 5. Wie werden Familien über die Betreuungsangebote informiert? Wie wird gewährleistet, dass auch Eltern, die nicht oder nicht gut Deutsch sprechen, von den Angeboten erfahren und Unterstützung für die Anmeldung ihrer Kinder erhalten? Danke für die Beantwortung."
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Zu 1.: Die Aktivtagebroschüre 2024 ist eine Sammlung von Veranstaltungen unterschiedlichster Anbieter*innen, die für die Zielgruppe in Linz angeboten wurden. Sie umfasste vielfältige Ferien- und Freizeitveranstaltungen wie Sport-, Spiel- und Kreativangebote. Die Rückmeldung einzelner Veranstalter zeigt, dass noch Platzkapazitäten für Kinder und Jugendliche bei angebotenen Veranstaltungen zur Verfügung standen. Detaillierte Auslastungszahlen über alle Angebote der Aktivtagebroschüre können nicht gegeben werden. Der Hintergrund dafür ist - das habe ich schon erwähnt - dass die Aktivtagebroschüre Angebote unterschiedlichster Veranstalter*innen beinhaltet. Die zirka 50 Veranstalter*innen tragen selbst für die jeweiligen Veranstaltungen die Verantwortung. Falls eine Veranstaltung die Kapazitätsgrenze erreicht, wird das nicht an das Kinder- und Jugendbüro kommuniziert. Die „Spürnasenwoche“, eine Eigenveranstaltung des Kinder- und Jugendbüros der Stadt Linz, war im vergangenen Jahr nicht voll ausgelastet. Es mussten keine Kinder abgewiesen werden. Das Angebot wird evaluiert und optimiert. Zu 2.: Die Stadt Linz finanziert seit mehr als 20 Jahren das Projekt „PIPPI - Play im Park“, das von den Kinderfreunden während der Ferienmonate angeboten wird. An sechs Standorten über das Stadtgebiet von Linz verteilt, werden für Kinder im Alter zwischen 8 und 14 Jahren im Rahmen der Parkbetreuung Freizeitangebote wie Spiel-, Sport-, Kreativ- und sonstige Angebote umgesetzt. Das Team der Parkbetreuung geht bei der Programmplanung auf die Wünsche der Kinder ein und gestaltet mit ihnen gemeinsam Freizeit im öffentlichen Raum. Das Angebot ist kostenlos und besonders wichtig für Kinder, deren Eltern sich keine teuren Freizeitangebote und keinen Urlaub leisten können. Beim Projekt „PIPPI - Play im Park“ gibt es bis zum Ende der Umsetzung eine intensive Zusammenarbeit mit den verschiedenen Kooperationspartner*innen in den jeweiligen Stadtteilen. Danach gibt es Nachbesprechungen, um das Angebot laufend bedarfsgerecht weiterzuentwickeln. Mit einem weiteren Projekt „ferien@home", wird berufstätigen Eltern eine Betreuung ihrer Kinder in der Ferienzeit geboten. Es ermöglicht den Kindern pädagogisch wertvolle Freizeitgestaltung mit einer kompetenten Betreuung. Die Stadt Linz fördert das Projekt mit einem Beitrag pro Kind und Woche. Die Anmeldung kann nur wochenweise vorgenommen werden. Die Kinder werden tagsüber betreut und erhalten ein Mittagessen, abends sind sie wieder bei den Familien zu Hause. Das Programmangebot richtet sich an Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren. Dabei gibt es Angebote in den Bereichen Kreativität, Bewegung, sozialer Umgang, Entwicklung von Freundschaften, Abenteuer und so weiter. Seit 2021 wird für Kinder im Alter von 6 bis 14 Jahren in Zusammenarbeit mit dem Kinderkulturzentrum Kuddelmuddel in drei Stadtteilen das Projekt „Pop-up-Zirkus“ angeboten. Hier wird mit Kindern und Jugendlichen Akrobatik, Diabolo, Hula-Hoop und vieles mehr trainiert. Ziel des Projektes ist es, ein niederschwelliges kostenloses Angebot anzubieten. Kinder sollen motiviert werden, verschiedene Zirkusrequisiten und Techniken auszuprobieren, um Neues zu erlernen. Am letzten Tag findet eine gemeinsame Zirkusaufführung vor Ort statt, zu der Eltern und Freund*innen der Kinder und Jugendlichen eingeladen werden. Das Projekt wird sehr gut angenommen. Besonders während der Coronapandemie wurde häufig medial berichtet, dass Schulkinder aufgrund des fehlenden Unterrichts das Schwimmen nicht mehr lernen. Aus diesem Grund übernimmt die Stadt Linz seit 2022 für Kinder von Eltern, die einen Aktivpass besitzen, die Hälfte des Kursbeitrages für die Sommer-Schwimmkurse. 2024 wurden von der LINZ Service GmbH 18 Sommer-Schwimmkurse durchgeführt. Ein weiteres Ferienangebot, das die Stadt Linz finanziell unterstützt, ist die Teilnahme von Kindern aus Familien mit wenig Einkommen an verschiedenen Feriencamps der Kinderfreunde Oberösterreich während der Sommerferien. Im Rahmen der Kinder- und Jugendhilfe kann der Selbstbehalt der Familien – aufgrund der fachlichen Einschätzung der Gesamtsituation durch die zuständigen Mitarbeiter*innen – zur Gänze entfallen. Auch bei der Teilnahme von Kindern aus Familien mit wenig Einkommen an verschiedenen Feriencamps gibt es eine intensive Zusammenarbeit zwischen den Mitarbeiter*innen der Kinder- und Jugendhilfe, den Kinderfreunden Oberösterreich und den Familien, deren Kinder an den Feriencamps teilnehmen wollen. Die Kooperation beginnt bei der Anmeldung und endet mit der Teilnahme. Danach gibt es eine Nachbesprechung, ob eine Weiterentwicklung des Angebotes, des organisatorischen Ablaufs, et cetera, notwendig ist. Darüber hinaus wird auch im Sommer in Kooperation mit der Linzer Veranstaltungsgesellschaft m.b.H. (LIVA), „Fun & Action“ in den Sportparks abgewickelt. Eine Kooperation mit der KinderUni verstärkt das Angebot im Sommer zusätzlich. Unterschiedliche Veranstalter*innen, ich habe das bei Frage 1 schon erwähnt, nutzen für die Bewerbung ihrer Angebote die Aktivtagebroschüre. Unter den circa 50 Veranstalter*innen befinden sich zum Beispiel die Familienbund Oberösterreich GmbH, der Botanische Garten oder das Landestheater. Es wird ein vielfältiges Angebot im gesamten Linzer Stadtgebiet geboten. Es ist ein wesentlicher Bestandteil, dass unterschiedliche Veranstalter*innen ihre Angebote in der Aktivtagebroschüre anbieten. Zu 3.: Das Angebot fokussiert sich auf Kinder und Jugendliche ab 5 Jahren im Raum Linz. Es wird darauf geachtet, dass jene Angebote, die seitens der Stadt Linz auch finanziert werden, eine gute Abdeckung über das Stadtgebiet haben. Ist eine Veranstaltung in der Nähe des Wohnortes, können ältere Kinder, sofern es im Interesse des*der Obsorgeberechtigten ist, die Betreuungsangebote allein zu Fuß besuchen. Zu 4.: Ich habe es vorhin schon erwähnt, die Stadt Linz bietet bereits mehrere kostenlose Ferienangebote, wie beispielsweise ‚PIPPI - Play im Park‘, ‚ferien@home‘, das Projekt ‚Pop-up-Zirkus‘ und die Teilnahme an Feriencamps. Zu 5.: Die Bewerbung der Aktivtagebroschüre wird 2025 an allen Außenstellen der Kinder- und Jugend-Services und in den Stadtbibliotheken aufliegen. An Kinder- und Jugendvereine erfolgt eine Versendung. Dazu gibt es Druckexemplare der Broschüre und ein zusätzliches Plakat, das auf das Angebot auf der Webseite der Stadt Linz verweist. Bei der digitalen Version kann die Übersetzungsfunktion von Handy oder PC genutzt werden. Bei den Ferienangeboten ‚Pippi - Play im Park‘, ‚ferien@home‘ und dem Projekt ‚Pop-up-Zirkus‘ oder der Teilnahme an den Feriencamps werden die Angebote zusätzlich über die Kooperationspartner*innen vor Ort in den jeweiligen Stadtteilen beworben. Das sind Stadtteilzentren, Schulen, Kinderbetreuungseinrichtungen, Wohnbauträger, der Verein Jugend und Freizeit, und so weiter. Die Mundpropaganda spielt aber, neben der Bewerbung über Social Media, immer noch eine wesentliche Rolle.