Anfrage von Gemeinderätin Pühringer an Vizebürgermeister Mag. Hajart, MBA betreffend ‚Barrierefreie Ampelanlagen‘

3 · Anfrage · 13. Sitzung

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Gerichtet an:

Status:Beantwortet

Zusammenfassung

KI Generiert

Barrierefreie Ampelanlagen in Linz stehen im Mittelpunkt, insbesondere akustische und taktile Querungshilfen für blinde und sehbehinderte Menschen. Die Stadt betreut 204 Ampelanlagen, davon 81 mit akustischen Hilfssignalen; eine Übersicht ist über die Homepage des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Oberösterreich abrufbar. Die Aktivierung der Signale erfolgt per Funkhandsender, und bei modernen Anlagen können bei Bedarf längere Grünzeiten für die Straßenüberquerung vorgesehen werden. Die Ausrüstung und Planung erfolgen in Abstimmung mit dem Blinden- und Sehbehindertenverband sowie städtischen Fachdienststellen; Ansprechpartner sind der Beauftragte für Menschen mit Beeinträchtigungen und der zuständige Verkehrsreferent. Für künftige intelligente Ampelanlagen wurden noch keine konkreten Standorte festgelegt, Linz arbeitet aber im EU-Projekt X4ITS an kooperativen intelligenten Verkehrssystemen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit.

Schlagwörter (10):barrierefreiheitampelanlagenakustische querungshilfensehbehinderungfußgängersicherheitverkehrssicherheitverkehrslichtsignalanlagenmobilitätintelligente verkehrssystemex4its
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„Sehr geehrter Herr Vizebürgermeister Mag. Hajart, MBA, in Anbetracht des demographischen Wandels und der damit auch wachsenden Zahl von sehbehinderten Menschen und angesichts dessen, dass wir das Behindertengleichstellungsgesetz einzuhalten haben, bitte ich um Beantwortung folgender Fragen: 1. Wie viele Prozent der Ampelanlagen in Linz sind mit akustischen und taktilen Querungshilfen ausgestattet? 2. Gibt es für die Stadt Linz einen öffentlich einsehbaren Standort-Plan für diese speziell ausgerüsteten Ampelanlagen und ist dieser für sehbehinderte Menschen möglichst barrierefrei gestaltet? 3. Sind alle vorhandenen akustischen Querungshilfen auch mittels eines Funkhandsenders und somit ohne direkten Kontakt und von einigen Metern Entfernung zu aktivieren? 4. Haben Sie Kenntnis darüber, ob moderne Ampelanlagen bei Aktivierung der akustischen Querungshilfen auch die Zeit der Grünphase für Fußgängerinnen verlängern (in der Annahme, dass blinde und sehbehinderte Menschen zum Überqueren von Straßen ein wenig länger brauchen als Menschen ohne Visusbeeinträchtigung)? 5. Nach welchen Kriterien wird bei bestehenden Ampelanlagen und bei neu zu errichtenden Ampelanlagen entschieden, ob akustische und taktile Querungshilfen nachgerüstet bzw. schon bei der Errichtung eingebaut werden? 6. Wie werden Betroffene (blinde und sehbehinderte Menschen) und Professionisten im Bereich Mobilität für Blinde und Sehbehinderte (‚Mobilitätstrainer*innen‘) in die Planungen betreffend akustischer und taktiler Querungshilfen mit einbezogen? Wer sind hier Ihre Ansprechpartner*innen? 7. Wo werden die nächsten durch künstliche Intelligenz gesteuerten Ampelanlagen (vergleichbar jener in der Kapuzinerstraße) in Linz errichtet?“
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„Ich beantworte heute eine Anfrage von Frau Gemeinderätin Pühringer zum Thema ‚Barrierefreie Ampelanlagen‘, danke vielmals auch an die Verwaltung für die rasche Vorbereitung. Zu 1.: Derzeit betreut die Stadt Linz 204 Ampelanlagen, wovon 81 Ampelanlagen mit akustischen Hilfssignalen ausgestattet sind. Das entspricht einem Anteil von knapp 40 Prozent. Zu 2.: Eine Auflistung der speziell ausgerüsteten Verkehrslichtsignalanlagen ist auf der Homepage des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Oberösterreich einsehbar. Es kann davon ausgegangen werden, dass die Homepage des Blinden- und Sehbehindertenverbandes dieser Zielgruppe entsprechend geeignet ist. Zu 3.: Sämtliche an der jeweiligen Verkehrslichtsignalanlage installierten Akustiksignale sind mittels Funkhandsender aktivierbar. Der räumliche Abstand für die Schaltbarkeit der Blindenakustik ist anlagenspezifisch ausreichend bemessen und geht über die Entfernung von einigen Metern deutlich hinaus. Zu 4.: Die Installation akustischer Signale für Blinde und Sehbehinderte erfolgt grundsätzlich unter Beachtung der einschlägigen Normen und Vorschriften. Im Vorfeld wird eine individuelle Überprüfung der Programmabläufe der jeweiligen Verkehrslichtsignalanlage hinsichtlich ausreichender Grün- und Zwischenzeiten durchgeführt. Entsprechen diese nicht den speziellen Anforderungen des betroffenen Personenkreises so werden bei modernen Anlagen Sonderprogramme implementiert, welche nach Bedarf – also bei Aktivierung der Akustik mittels Handsender – längere Grünzeiten für die Straßenüberquerung bereitstellen. Zu 5.: Die Entscheidung zur technischen Ausrüstung von Ampelanlagen mit akustischen Hilfssignalen erfolgt generell in Abstimmung mit dem Blinden- und Sehbehindertenverband Oberösterreich. Da die täglichen Wege von blinden und sehbeeinträchtigen Menschen erlernt werden müssen, hat der Blinden- und Sehbehindertenverband Oberösterreich gute Kenntnis über die täglichen Wege des betroffenen Personenkreises und bietet dementsprechend besonders zielgerichtete Entscheidungsgrundlagen an. Zu 6.: Die Umsetzung derartiger Projekte wird in enger Abstimmung mit den städtischen Fachdienststellen – ich vermeide jetzt diese aufzuzählen – und mit dem Blindenverband Oberösterreich durchgeführt. Kompetenter Ansprechpartner der Stadt Linz ist neben diversen Sachbearbeitern der Beauftragte für Menschen mit Beeinträchtigungen Ing. Ewald Reinthaler, wie auch für den Blinden- und Sehbehindertenverband Oberösterreich der zuständige Verkehrsreferent Thomas Menrath. Zu 7.: Bislang wurden noch keine konkreten Standorte festgelegt. An intelligenten Verkehrssystemen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit für vulnerable Verkehrsteilnehmer wird auf Hochtouren gearbeitet. In der letzten Pressekonferenz wurde am Montag gemeinsam mit Herrn Bürgermeister präsentiert, dass Linz am europäischen Vorreiterproject Cross for ITS (X4ITS – Connected Intelligent Transport Systems) teilnimmt. Im Rahmen dieses Förderprojektes sollen die kooperativen intelligenten Verkehrssysteme und -dienste am Beispiel der Stadt Linz untersucht werden. Mit den daraus gewonnenen Informationen lässt sich auch die Sicherheit des Verkehrs für alle Verkehrsteilnehmer*innen verbessern. Um die Verkehrssicherheit von vulnerablen Verkehrsteilnehmern zu erhöhen, sollen intelligente Videokameras Objekte detektiert und Detektionszonen zugeordnet werden. In klar definierten Gebieten erfolgen Überwachungen, um Informationen über die detektierten Objekte an die Road Side Unit zu übermitteln. Diese können daraufhin Warnungen an Fahrzeuge weitergeben. Der Fahrer kann dadurch das Fehlverhalten möglicherweise auch von anderen Personen rechtzeitig anpassen. Insbesondere soll dabei ein Abbiegeassistent für vulnerable Verkehrsteilnehmer ausgearbeitet werden, der sozusagen um die Ecke schauen kann. Für die erfolgreiche Umsetzung des Projektes sollen in der Stadt Linz auf einer ausgesuchten Teststrecke von Gemeindestraßenkreuzungen die Ampeln mit zusätzlichem Messequipment ausgestattet werden. Im Jänner dieses Jahres hat die Stadt Linz das Projekt bei der Europäischen Union eingereicht. Wir erwarten die Entscheidung, hoffentlich positiver Natur, bis spätestens Herbst. Soweit zu meiner Beantwortung.“