Anfrage von Gemeinderat Potocnik an Bürgermeister Prammer betreffend „Transparenz Bauvorhaben Sportclub Urfahr 1883 / ÖTB Urfahr“ von der Gemeinderatssitzung am 6. Februar 2025

1 · Anfrage · 28. Sitzung

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Status:Beantwortet

Zusammenfassung

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Geplant sind der Abbruch und die Neuerrichtung des Klubhauses des Sportclub Urfahr 1883 mit Turnhalle, Tennishalle mit zwei Plätzen, drei Freiluftplätzen sowie die Sanierung der bestehenden Tennishalle. Das Projekt ist baurechtlich bereits eingereicht; die Einreichung erfolgte am 27. November 2024. Ein Mobilitätskonzept liegt in den Unterlagen nicht vor, angeführt sind jedoch 41 Kraftfahrzeugstellplätze an der nordöstlichen Zufahrt Merianweg/Hauserstraße, während die gesetzlich erforderlichen Stellplätze erst im Baubewilligungsverfahren ermittelt werden. Für das Areal sind ein wasserrechtliches Verfahren, ein geotechnisches Gutachten wegen geogenen Bodenrisikos und die Berücksichtigung der Hangwässer vorgesehen; die betroffenen Grünstreifen werden nach derzeitiger Einschätzung nicht berührt. Zu Budget und Fördermitteln liegen noch keine Angaben vor, weil den zuständigen Stellen weder konkrete Planungen noch ein Förderantrag übermittelt wurden; eine Vorlage an den Gestaltungsbeirat erfolgte nicht, da das Vorhaben als nicht besonders stadtbildprägend und nicht als Großbauvorhaben beurteilt wurde.

Schlagwörter (10):sportanlageklubhaustennishallefreiluftplätzebaurechtmobilitätskonzeptstellplätzewasserrechtgeotechnikförderbudget
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„Sehr geehrter Herr Bürgermeister, offenbar plant der Österreichische Turnerbund (ÖTB) Urfahr eine große Erweiterung ihrer Sportanlage. Da sich das Areal in einer sehr sensiblen, regionalen Grünzone befindet, haben mich in den letzten Wochen einige besorgte Nachbarn angeschrieben und angerufen und mir viele Fragen in Bezug auf das Projekt gestellt. In der Hoffnung, darauf Antworten zu bekommen, gebe ich die Fragen an Sie weiter. Das rund 20.000 m² große Grundstück liegt in einer sensiblen, regionalen Grünzone 1. Was genau plant der ÖTB? Was sind die wesentlichen Veränderungen zum aktuellen Zustand? Wie viele Sportplätze und welche sollen errichtet werden? 2. Ist das Projekt bereits eingereicht? Wenn ja, wann wurde es eingereicht? 3. Wenn die Sportanlage am Gelände massiv vergrößert wird, wie ist das entsprechende Mobilitätskonzept dazu? Wie viele Stellplätze (Fahrräder, PKW) wären gesetzlich vorgeschrieben? Wie viele sind geplant? 4. Wie viele Stellplätze sind im nord-östlichen Bereich (Zufahrt Hauserstraße) vorgesehen? 5. Ist der geschotterte Bereich (Bachlbergweg) ein legaler und als solcher ein ausgewiesener Parkplatz? Wenn nein, was bedeutet das in diesem sensiblen Gebiet (Grundwasserschongebiet)? 6. Am Gelände gibt es starke Hangwässer. Eine Versiegelung und Verdichtung der Böden durch zusätzliche Tennis- und Sportplätze hätten starken Einfluss auf diese Hangwässer. Wie geht das Projekt damit um? Hat das Auswirkungen auf die Anrainer? Hat das Auswirkungen auf das Projekt selbst? 7. An der südlichen und nördlichen Grenze des Areals befinden sich wertvolle Grünstreifen mit Bäumen und Büschen. Sind diese von dem Projekt betroffen? 8. Sportareale und alle Aktivitäten (Wettbewerbe, Feste) können auch sehr laut werden, vor allem an Abenden und an Wochenenden. Was sind die Lösungen, um die Anrainer und deren Ruhebedürfnis nicht zu sehr zu strapazieren? Diese Frage ist vor allem von Interesse, wenn die Plätze massiv ausgebaut werden und Richtung Osten wandern. 9. Die Planungen sind offenbar sehr groß und umfangreich. Ist dafür ein Budget von Seiten der Stadt vorgesehen? Wenn ja, in welcher Höhe? Was sind die geplanten Gesamtkosten? 10. Ist es geplant, das Projekt dem Gestaltungsbeirat vorzulegen? Wenn nein, warum nicht? Mit der Bitte um Beantwortung."
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Zu 1.: Der Sportclub Urfahr 1883, der übrigens seit geraumer Zeit kein Verein des Österreichischen Turnerbundes mehr ist, plant den Abbruch und die Neuerrichtung seines Klubhauses mit einer Turnhalle, einer Tennishalle mit zwei Plätzen, drei Freiluftplätzen und die Sanierung der bestehenden Tennishalle. Zu 2.: Das Projekt ist baurechtlich eingereicht. Die Baueinreichung erfolgte am 27. November 2024. Zu 3.: Ein Mobilitätskonzept ist in den Einreichunterlagen nicht vorhanden. Es sind aber 41 Kraftfahrzeugstellplätze angeführt. Die Anzahl der gesetzlichen Stellplätze wird im Baubewilligungsverfahren ermittelt. Zu 4.: Im Bereich der nordöstlichen Zufahrt Merianweg/Hauserstraße sind die in den Einreichplänen bereits erwähnten 41 Stellplätze vorgesehen. Zu 5.: Das erforderliche wasserrechtliche Verfahren wird parallel zum Bauverfahren für die Sportanlage abgewickelt. Zu 6.: Für den gegenständlichen Bereich ist ein geogenes Bodenrisiko ausgewiesen. Für das Bauvorhaben ist daher auch ein geotechnisches Gutachten erforderlich. Auch die Hangwässer werden im Baubewilligungsverfahren berücksichtigt. Zu 7.: Soweit wir das beurteilen können, nein. Zu 8.: Seitens der Baubehörde werden baurechtlich geschützte Nachbar*innenrechte im Zuge des Baubewilligungsverfahrens grundsätzlich berücksichtigt. Sollte es sich um bewilligungspflichtige Veranstaltungen im Sinn des Oberösterreichischen Veranstaltungssicherheitsgesetzes handeln, werden die Nachbar*inneninteressen zusätzlich auch in diesem Verfahren wahrgenommen. Ich muss aber anmerken, dass Sportveranstaltungen zumeist nicht unter dieses Regelwerk fallen. Somit gelten bei kleinen Festen und Veranstaltungen die Bestimmungen des Oberösterreichischen Sicherheitspolizeigesetzes zu ungebührlicher Lärmerregung und natürlich der zivilrechtliche Nachbarschaftsschutz. Zu 9.: Die Projektverantwortlichen haben ihre konkreten Planungen dem für Sportförderungen zuständigen Geschäftsbereich Gesundheit und Sport noch nicht übermittelt beziehungsweise vorgestellt. Zudem wurde bis dato noch kein entsprechender Förderantrag gestellt. Es liegen daher noch keine Informationen zum Gesamtbudget vor und es konnten bis dato budgetär auch noch keine Fördermittel berücksichtigt werden. Zu 10.: Das Projekt „Abbruch, Neubau und Sanierung“ dieses Areals wurde am 23. Dezember 2024 ortsbildfachlich positiv beurteilt. Es wurde dem Beirat nicht vorgelegt, da es vermutlich weder von besonderer Bedeutung für das Stadtbild noch ein Großbauvorhaben ist.