Anfrage von Gemeinderat Stumptner an Stadtrat Prammer betreffend ‚Sperre des Turnsaals der VS 44‘

5 · Anfrage · 15. Sitzung

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Status:Beantwortet

Zusammenfassung

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Der gesperrte Turnsaal der VS 44 steht im Mittelpunkt, weil seit März 2023 Baumängel und Einsturzgefahr den Turnunterricht beeinträchtigen. Nach Bekanntwerden der Schäden wurde der Saal sofort geschlossen, ein Statiker mit einem Sanierungsvorschlag beauftragt und weitere Untersuchungen an Dach, Decke, Boden und Fundamenten durchgeführt. Für die Sanierung wurden bereits mehrere Gewerke vergeben, ein Angebot für Stahlbauarbeiten liegt vor, und ein Bauzeitplan mit Fertigstellung bis Ende Oktober 2023 wurde erstellt; die Kostenschätzung beträgt 320.000 Euro ohne Umsatzsteuer. Die Mängel waren nach Angaben der Stadt zuvor nicht bekannt, weil der Turnsaal nicht Teil des Projekts war und nur zerstörungsfreie Sichtprüfungen vorgesehen sind. Als Ersatz wurden Räumlichkeiten im Volkshaus Pichling angemietet, ein Transport organisiert und zusätzlich Ausweichmöglichkeiten mit Freiluftunterricht und Unterstützung eines benachbarten Sportvereins geschaffen.

Schlagwörter (10):vs 44turnsaalschulsanierungbaumängeleinsturzgefahrobjektsicherheitsprüfungsanierungersatzräumlichkeitenschulbetriebbildung
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„Sehr geehrter Herr Stadtrat, der Turnsaal der VS 44 ist seit mittlerweile mehreren Monaten wegen Einsturzgefahr gesperrt. Seitdem müssen die Schüler auf den gewohnten Turnunterricht verzichten und nur Dank Kreativität der Lehrkräfte kann dieser seither überhaupt stattfinden. In diesem Zusammenhang stelle ich Ihnen folgende Fragen: 1. Seit wann sind die Baumängel des Turnsaales der VS 44 bekannt? 2. Wurde seither zur Behebung der Mängel etwas unternommen? a. Falls ja: Welche Maßnahmen wurden ergriffen? b. Gibt es hierzu bereits eine Ausschreibung, Vergabe und einen Bauzeitplan? c. Gibt es hierzu eine Kostenschätzung? d. Falls nein: Warum nicht? 3. Wann wird der Turnsaal wieder für den Betrieb freigegeben? 4. Waren diese Mängel schon beim bzw. vor dem Ausbau der VS 44 bekannt? a. Falls ja: Warum wurde nicht gleich im Zuge des Ausbaus auch eine Sanierung des Turnsaals angedacht? b. Falls nein: Warum wurde der Zustand des Turnsaales nicht gleich im Zuge des Ausbaus erhoben? 5. Werden an den Linzer Schulen jährliche Objektsicherheitsbegehungen durchgeführt? a. Falls nein: Wie wird die bauliche Substanz der Linzer Schulen sonst erhoben? 6. Sollte der Turnsaal zum Beginn des neuen Schuljahres immer noch nicht freigegeben sein, welche Ersatzräumlichkeit steht den Schülern der VS 44 dann zur Verfügung? Danke für die Beantwortung.“
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Zu 1.: Uns wurden die Baumängel am 8. März bekannt, daraufhin haben wir den Turnsaal zum Schutz der Kinder augenblicklich gesperrt. Zu 2.: Ja, selbstverständlich. Zu 2.a: Wir haben umgehend einen Statiker mit der Ausarbeitung eines Sanierungsvorschlages beauftragt, im Zuge dessen wurden am Bestandsobjekt weitere Untersuchungen, im Bereich Dachaufbau, Deckenuntersicht, Bodenaufbau und Fundamente durchgeführt. Zu 2.b: Die Gewerke Statiker, Elektroplanung, Baustellenkoordinator, Turnsaalboden und die Demontage der Sportgeräte wurden bereits zur Sanierung vergeben. Mittlerweile haben wir auch ein Angebot über die Stahlbauarbeiten bekommen, welches innerhalb des Kostenrahmens liegt. Es wurde ein Bauzeitplan mit einem Fertigstellungstermin bis Ende Oktober 2023 erstellt. Zu 2.c: Ja, die gibt es auch. Diese Kostenschätzung für die Sanierungsmaßnahme beträgt 320.000 Euro ohne Umsatzsteuer. Zu 3.: Grundsätzlich gemäß Bauzeitplan mit Ende Oktober 2023, wenn es schneller vonstattengehen sollte, sind wir sehr zufrieden. Wir hoffen nicht, dass es zu einer Verzögerung kommt, weil die Detailabstimmungen mit den ausführenden Firmen im Zuge der Beauftragung noch erfolgen müssen. Alle Liefer- und Montagezeiten werden noch einmal konkret auf die aktuelle Verfügbarkeit abgeglichen und fixiert. Derzeit gehen wir von Ende Oktober aus. Zu 4.: Diese Mängel waren nicht bekannt. Der Turnsaal war nicht Projektbestandteil, unterlag aber wie alle Objekte der Stadt Linz einer laufenden Überprüfung. Darauf komme ich bei der Beantwortung der Frage fünf noch. Eine über die Sichtkontrolle hinausgehende laufende Überprüfung der inneren statischen Struktur von Gebäuden ist in der Regel nicht möglich, weil das eine Zerstörung der Verkleidung nach sich ziehen würde. Das ist weder üblich noch angebracht und ist darüber hinaus auch in der Ö-Norm B 1301 nicht vorgesehen. Der Turnsaal befand sich bei der Projektierung in einem zufriedenstellenden Zustand und wurde daher aus Gründen der Sparsamkeit und Zweckmäßigkeit auch nicht in das Sanierungsprogramm übernommen. Im Zuge der Sanierung kam es dann zu einer Begehung wo die Durchbiegung der Dachkonstruktion erkannt wurde und daraufhin haben wir unverzüglich reagiert. Zu 5.: Die Gebäude werden laufend durch die Techniker des technischen Gebäudemanagements begutachtet. Seit kurzem gibt es auch den Mechanismus der Objektsicherheitsprüfung nach Ö-Norm B 1300 und B 1301. Ich möchte aber nochmals ausdrücklich darauf hinweisen, dass diese Objektsicherheitsprüfung eine zerstörungsfreie Sichtprüfung ist und daher die konkreten Mängel nicht aufgedeckt hätten werden können. Zu 6.: Seit der Turnsaalsperre ist die Immobilien Linz GmbH (ILG) und die Abteilung Schulen in einem permanenten Austausch mit der Schule bzw. mit der Direktorin, um bestmögliche Alternativen zu finden. Die Abteilung Schulen hat umgehend Räumlichkeiten im Volkshaus Pichling angemietet und auch ein Busunternehmen beauftragt, damit die Kinder täglich zum Volkshaus Pichling transportiert werden können. Die Lehrer*innen und die Kinder gehen mit dieser, doch sehr herausfordernden, Situation sehr entspannt um. Der Turnunterricht wird teilweise auch ins Freie verlegt und der benachbarte Sportverein unterstützt mit seinen Räumlichkeiten.