Anfrage von Gemeinderat Pilipovic an Bürgermeister Prammer betreffend „Grüngürtel schützen: „Ökosystem für Start-Ups“ ins Zentrum‘

1 · Anfrage · 37. Sitzung des Gemeinderates der Landeshauptstadt Linz

Fragesteller:
Gerichtet an:

Status:Beantwortet

Zusammenfassung

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Der Schutz des Grüngürtels rund um die Johannes Kepler Universität steht im Zentrum, nachdem Überlegungen zu einem „Ökosystem für Start-Ups“ dort als unvereinbar mit dem früheren Beschluss gegen Umwidmungen kritisiert wurden. Die Stadt nennt außerhalb des Grüngürtels mehrere Baulandreserven und mögliche Projektgebiete wie Donaufeldstraße, Post City, Trinity Park, Franck Kontor, das ehemalige KIKA-Gebäude in Urfahr, das ehemalige Möbelhaus Leiner im Makartviertel, „Drei Türme“ und das Sommerfeld Ebelsberg. Für frühere Überlegungen im Umfeld der IT:U wurden Flächen im Masterplan „Linz-Nordost“ vor allem wegen der Nähe zur IT:U, zur JKU, zur künftigen Regionalbahnhaltestelle Auhof und zum Autobahn-Halbanschluss Auhof geprüft. Als geeignete Standorte für künftige Ansiedlungen werden Flächen entlang der künftigen Regionalstadtbahntrasse genannt, insbesondere westlich der Donaufeldstraße. Für ein funktionierendes Start-Up-Ökosystem werden neben Betreiberstrukturen auch Beratung, Vernetzung, Investorenzugang und passende räumliche Infrastruktur betont; als bestehende Modelle werden das Open Innovation Center, die Tabakfabrik Linz und der Tech Harbor Linz angeführt.

Schlagwörter (10):grüngürteljkustart-up-ökosystemstandortsuchestadtplanungit:uregionalstadtbahnbaulandreservenunternehmensansiedlunginnovationsstandort
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„Sehr geehrter Herr Bürgermeister, der Grüngürtel bei der Johannes Kepler Universität (JKU) ist für Umwidmungen tabu. Daran hat der Linzer Gemeinderat keinen Zweifel gelassen, als er sich am 7. November 2024 mit breiter Mehrheit zum Schutz des Grüngürtels rund um die Johannes Kepler Universität bekannt und sich ausdrücklich gegen Umwidmungen dieses Grünlands in Bauland ausgesprochen hat. Acht von neun im Gemeinderat vertretenen Parteien haben dem Antrag zugestimmt. Trotz dieses breitgetragenen Bekenntnisses sind im Dezember des Vorjahres in einem Medienbericht Überlegungen kolportiert worden, bei der JKU und somit im Grüngürtel ein ‚Ökosystem für Start-Ups‘ anzusiedeln. Das widerspricht dem Gemeinderatsbeschluss zum Schutz des Grüngürtels eklatant. Wir bezweifeln auch inhaltlich, dass der Wald hinter der JKU tatsächlich der beste Ort ist, an dem sich ‚Forschung und Unternehmen begegnen‘ können, wie es in genannten Medienberichten hieß. Wichtig wäre es aus unserer Sicht vielmehr, dass sich die Stadt aktiv dafür einsetzt, einen urbanen Standort, zentral und mitten im Stadtleben mit guter Öffi-Anbindung und Infrastruktur als Ort der Begegnung von Forschung und Unternehmen zu finden. Daher bitte ich um die Beantwortung folgender Fragen: 1. Wo sind aus Sicht der städtischen Planungsexpert*innen außerhalb des Grüngürtels geeignete Flächen für ein ‚Ökosystem für Start-Ups‘? a. Welche Standortparameter (zum Beispiel gute Öffi-Anbindung) sollten geeignete Standorte erfüllen? 2. Gibt oder gab es bereits derartige Standortüberlegungen außerhalb des Grüngürtels, eventuell auch im Zusammenhang mit der Digitaluniversität IT:U? Falls ja: a. Welche konkreten Flächen wurden diskutiert? b. Aufgrund welcher Auswahlkriterien wurden diese Flächen diskutiert? 3. Eine derartige ‚Start-Up‘-Landschaft braucht auch Betreiber*innen. Welche Modelle wären aus Sicht der städtischen Expert*innen für Linz sinnvoll? Danke für die Beantwortung der Fragen.“
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„Zu 1.: Für Start-Ups außerhalb des Grüngürtels bestehen im Kerngebiet dreizehn Hektar, im gemischten Baugebiet sechs Hektar und im eingeschränkten gemischten Baugebiet 17 Hektar Baulandreserven. Über die Verfügbarkeit und die Grundstückspreise liegen uns aber keine Informationen vor. Geht man jedoch von einer guten Öffi-Erschließung der betreffenden Grundstücke aus – egal, ob vorhanden oder geplant – und berücksichtigt man im Zuge von Projektentwicklungen geäußerte Nutzungsabsichten, wären beispielsweise folgende Projektgebiete überlegenswert: die Donaufeldstraße, die Post City, der Trinity Park, der Franck Kontor, das ehemalige KIKA-Gebäude in Urfahr, das ehemalige Möbelhaus Leiner im Makartviertel, das Projekt ‚Drei Türme‘ oder zum Beispiel auch das Sommerfeld Ebelsberg. Zu 2.: Im Zusammenhang mit dem früher geplanten und mittlerweile verworfenen Standort der IT:U (Digitaluniversität) auf den sogenannten Wolfsegger-Gründen haben wir im Rahmen des Masterplans ‚Linz-Nordost‘ Flächen der näheren Umgebung auf ihre Eignung für die Ansiedlung universitätsnaher Unternehmen und Start-Ups untersucht. Hierbei handelte es sich vor allem um Flächen nordwestlich des damaligen IT:U-Standortes. Grund für die Auswahl dieser Flächen waren die räumliche Nähe zur IT:U und Johannes Kepler Universität (JKU), die fußläufige Erreichbarkeit der künftigen Regionalbahnhaltestelle Auhof und die Nähe zum Autobahn-Halbanschluss Auhof. Mit dem Ende der Planungen für die Wolfsegger-Gründe wurden auch die Planungsüberlegungen für die angrenzenden Flächen nicht mehr weiterverfolgt. Um künftig Synergieeffekte zwischen IT:U, JKU sowie Start-Ups und anderen universitätsnahen Unternehmen zu erzielen, sollte bei der Flächenentwicklung und Unternehmensansiedelung das Augenmerk auf jene Flächen gerichtet werden, die vom IT:U- und JKU-Campus aus gut mit leistungsfähigen öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht werden können. Dieses Kriterium erfüllen insbesondere Flächen entlang der künftigen Regionalstadtbahntrasse, beispielsweise das Areal westlich der Donaufeldstraße. Zu 3.: Der Ausbau eines funktionierenden Start-Up-Ökosystems erfordert weit mehr als die bloße Bereitstellung von Betreiber*innenstrukturen. Entscheidend sind vielmehr ergänzende Leistungen wie spezialisierte Beratungsangebote, gezielte Vernetzungsmöglichkeiten mit anderen Start-Ups sowie der strukturierte Zugang zu Investor*innen und relevanten Stakeholder*innen. Ebenso wesentlich ist die Verfügbarkeit geeigneter räumlicher Infrastrukturen. Diese Leistungen werden typischerweise durch Start-Up-Hubs erzielt, wie sie auch in Linz bereits etabliert sind. Solche Hubs können in öffentlicher, privater oder gemischtwirtschaftlicher Träger*innenschaft organisiert sein. Als sinnvolle Betreiber*innenmodelle erscheinen aus unserer Sicht insbesondere jene, die in Linz bereits erfolgreich umgesetzt werden. Dazu zählen beispielsweise das Open Innovation Center (OIC) des Linz Institute of Technology (LIT), die Tabakfabrik Linz oder der Tech Harbor Linz. Diese bestehenden Strukturen zeigen, dass unterschiedliche Trägerschafts- und Organisationsmodelle parallel funktionieren können, sofern sie klar positioniert sind und auf spezifische Zielgruppen ausgerichtet werden. Etwaige Neukonzeptionen von Unternehmens- oder Start-Up-Hubs im Stadtgebiet sollten auf Basis einer fundierten Standort- und Bedarfsanalyse erfolgen. Vor diesem Hintergrund ist die Frage nach dem sinnvollen Betreiber*innenmodell nur eingeschränkt beantwortbar, da es keine standardisierte ‚One-size-fits-all‘-Lösung gibt. Vielmehr muss sich das jeweilige Modell an der Demografie des Hubs sowie an den Bedürfnissen der Nutzerinnen und Nutzer der angebotenen Services orientieren.“,