Anfrage von Gemeinderätin Pühringer an Stadtrat Prammer betreffend 'Blindenleitsystem Hauptplatz Linz'

7 · Anfrage · 22. Sitzung

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Status:Beantwortet

Zusammenfassung

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Am Hauptplatz Linz soll ein Blindenleitsystem die Orientierung für blinde und sehbehinderte Menschen sowie für andere Passantinnen und Passanten verbessern. Der Vorschlag wurde bereits 2022 dem Ausschuss für Planung und Liegenschaften zugewiesen und im Jänner 2023 im Zusammenhang mit dem Innenstadtkonzept für eineinhalb Jahre zurückgestellt. Im Beteiligungsprozess wurden der Blinden- und Sehbehindertenverband, der Verein Fokus Mensch und die inklusive Redaktion der Caritas eingebunden; eine Stakeholder-Konferenz brachte inhaltliche Inputs zur Situation am Hauptplatz und an weiteren Plätzen. Statt einer Vorplanung werden im Innenstadtkonzept die wesentlichen Vorgaben für den Gestaltungswettbewerb festgelegt, darunter Orientierungshilfen, Belagsmaterial, Gefälle sowie Randsteinführung. Der Gestaltungswettbewerb soll noch 2024 stattfinden, die schrittweise Umsetzung im Folgejahr beginnen und das System vor der Umsetzung nochmals mit Mobilitätstrainerinnen oder Mobilitätstrainern geprüft werden.

Schlagwörter (10):blindenleitsystemhauptplatzbarrierefreiheitsehbehinderunginnenstadtkonzeptgestaltungswettbewerbbeteiligungsprozessmobilitätstrainingorientierungshilfenstadtplanung
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„Sehr geehrter Herr Stadtrat Prammer, in der 11. Sitzung des Gemeinderates am 15. Dezember 2022 wurde vom Gemeinderat der einstimmige Beschluss gefasst, dem Ausschuss für Planung und Liegenschaften einen Antrag zuzuweisen. Darin geht es darum, am Hauptplatz der Stadt Linz ein Blindenleitsystem einzurichten. In der Ausschusssitzung am 17. Jänner 2023 wurde der Antrag für 1,5 Jahre zurückgestellt, weil im Oktober bzw. November 2023 ein groß angelegter Beteiligungsprozess für alle Interessierten starten und die Umsetzung des Antrags in das zu erstellende Konzept mit aufgenommen werden sollte. Wie in der Ausschusssitzung besprochen, wurde von uns im Rahmen des Beteiligungsprozesses auf den Antrag hingewiesen. Außerdem wurden Skizzen für ein einfaches, aber wirkungsvolles Leitsystem an Direktor Neumann (Abteilung Planung Technik und Umwelt) übergeben. Hinzuweisen ist darauf, dass nicht nur die ca. 8200 blinden und sehbehinderten Menschen in Linz von diesem Blindenleitsystem profitieren würden, sondern auch alle anderen Passant*innen am Hauptplatz. Eine klare, durchdachte Wegeführung insbesondere von und zur Straßenbahnhaltestelle wäre ungemein hilfreich. In diesem Zusammenhang bitte ich um Beantwortung folgender Fragen: 1. Wurde zwischenzeitlich Kontakt mit Interessensvertreter*innen von Menschen mit Sehbehinderung bzw. mit blinden Menschen und Mobilitätstrainer*innen aufgenommen, um die Ausführung eines praxistauglichen, wirkungsvollen Blindenleitsystems zu planen? Wenn ja, wer wurde konsultiert? 2. Wenn nein, wann wird diese Beteiligung von Sachkundigen bzw. Betroffenen stattfinden und wen werden Sie dazu einladen? 3. Wie weit sind die Vorplanungen gediehen und wo können die Gemeinderät*innen in die Pläne Einsicht nehmen? 4. Bis wann wird die Umsetzung des Blindenleitsystems bzw. der Wegeführung abgeschlossen sein? Herzlichen Dank für die Beantwortung!“
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Sehr geehrter Herr Bürgermeister, werte Kolleginnen und Kollegen des Linzer Gemeinderates, ich habe vier Anfragen. Die erste Anfrage stammt von Frau Gemeinderätin Renate Pühringer von der LinzPlus-Gemeinderatsfraktion zum Blindenleitsystem am Linzer Hauptplatz. In ihrer Einleitung hält Frau Gemeinderätin Pühringer richtigerweise fest, dass ein entsprechender Antrag vom Gemeinderat einstimmig dem Ausschuss für Planung und Liegenschaften zugewiesen worden ist. Ich habe im Ausschuss am 17. Jänner 2023 zugesichert, dass der Vorschlag für ein Blindenleitsystem im Rahmen des Innenstadtkonzeptes bzw. bei der Weiterentwicklung des Hauptplatzes mitbedacht wird. Der Antrag ist daraufhin vom Ausschuss einstimmig für eineinhalb Jahre zurückgestellt worden. Ich glaube mich erinnern zu können, dass auch Sie, Frau Gemeinderätin Pühringer, mit dieser Vorgehensweise einverstanden waren. Wir haben vor, die Mitglieder des Ausschusses in der nächsten Sitzung und damit innerhalb der eineinhalb Jahre, die wir gemeinsam vereinbart haben, über den aktuellen Stand unseres Innenstadtkonzeptes zu informieren. Eigentlich hätten wir da auch über unsere Gespräche und Planungen zu einem Blindenleitsystem berichten wollen. Frau Gemeinderätin Pühringer möchte aber, dass ich das schon heute im Gemeinderat tue. Es ist ihr statutarisches Recht zu fragen und es ist meine statutarische Pflicht zu antworten. Ihre Vorgehensweise, Frau Gemeinderätin Pühringer, führt aber die Arbeitsweise in den Ausschüssen eigentlich ad absurdum und untergräbt das Vertrauen in das, was wir in den Ausschüssen auch gemeinsam vereinbaren. Ich werde Ihre Fragen aber natürlich trotzdem so gut es geht beantworten. Zu 1.: Ja, wir haben im Zuge des Beteiligungsprozesses unseres Innenstadtkonzeptes Kontakt mit dem Blinden- und Sehbehindertenverband, dem Verein ‚Fokus Mensch‘ und der inklusiven Redaktion der Caritas aufgenommen. Insgesamt sieben Personen sind unserer Einladung zur sogenannten Stakeholder-Konferenz am 17. April dieses Jahres gefolgt und haben inhaltliche Inputs zur Verbesserung der Situation am Hauptplatz, aber auch anderer Plätze in Linz, gegeben. Zu 2.: Die Frage 2 ist obsolet, weil ich die erste Frage bejaht habe. Zu 3.: Im Rahmen des Innenstadtkonzeptes erstellen wir keine Vorplanungen für ein Blindenleitsystem, sondern formulieren die wesentlichen Parameter, die als Vorgabe im Gestaltungswettbewerb für den Hauptplatz berücksichtigt werden müssen. Dazu gehören neben der Anordnung von Orientierungshilfen beispielsweise auch die Materialität des Belags, die Berücksichtigung von Gefällen, sowie die Randsteinorientierung und -ausbildung. Zu 4.: Der aktuelle Zeitplan sieht vor, den Gestaltungswettbewerb für die Weiterentwicklung des Hauptplatzes noch im Jahr 2024 durchzuführen und nächstes Jahr mit der schrittweisen Umsetzung zu beginnen. In Abstimmung mit den Wettbewerbsgewinnern werden das vorgeschlagene Blindenleitsystem beziehungsweise die Verbesserung der Barrierefreiheit am Hauptplatz nochmals einer Prüfung durch einen Mobilitätstrainer beziehungsweise einer Mobilitätstrainerin unterzogen. Es kann dann selbstverständlich auch von den Linzer Gemeinderät*innen begutachtet werden. Gerne können wir darüber auch im Ausschuss berichten, falls das so gewünscht ist.