Anfrage von Gemeinderätin Langbauer, BSc an Vizebürgermeisterin Hörzing betreffend 'Angebot der Linzer Schwimmkurse'

1 · Anfrage · 22. Sitzung

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Status:Beantwortet

Zusammenfassung

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Die Schwimmkursangebote in Linz sollen erweitert werden, um Kindern trotz knapper Wasserflächen und geschlossener Bäder ausreichend Schwimmunterricht zu ermöglichen. Für den Sommer 2024 werden rund 30 von der Stadt beauftragte Intensivschwimmkurse über die LINZ AG in mehreren Linzer Bädern angeboten, getragen von Schwimmvereinen und der LINZ AG. Als Hintergrund werden die hohe Auslastung, der Rückstau aus den Corona-Jahren und die Bedeutung des Schwimmens als sportliche und sicherheitsrelevante Fähigkeit genannt; zugleich wird auf die geplante langfristige Entlastung durch das Bad in Ebelsberg verwiesen. Ein Defizit an Schwimmangeboten wird mit Verweis auf abgesagte Kurse wegen zu geringer Nachfrage relativiert, während die knappe Infrastruktur und die Nutzung durch viele Gäste von außerhalb als Belastungsfaktoren beschrieben werden. Für Familien mit geringem Einkommen werden die Sommer-Intensivschwimmkurse für Aktivpassbesitzerinnen zum halben Preis angeboten.

Schlagwörter (10):schwimmkursewassersicherheitintensivschwimmkursebäderinfrastrukturhallenbad ebelsbergkindersportförderungsoziale tarifgestaltunglinz agfreibäder
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„Sehr geehrte Frau Vizebürgermeisterin Karin Hörzing, angesichts der jüngsten Ereignisse, darunter der Zwischenfall mit einem siebenjährigen Jungen im Linzer Schörgenhubbad, wird deutlich, wie dringend Linz sein Angebot an Schwimmkursen erweitern muss. Die Kapazitäten für Schwimmflächen in Linz sind sehr eng bemessen, die Schließung des Hallenbades der Pädagogischen Hochschule der Diözese stellt eine beträchtliche Verschärfung der bereits angespannten Situation dar. Während das geplante Hallenbad in Ebelsberg eine langfristige Lösung verspricht, ist dessen Bau erst für das Jahr 2028 vorgesehen, was die Dringlichkeit kurzfristiger Maßnahmen unterstreicht. Die Kurse privater Anbieter sind schon jetzt bis in die Sommermonate ausgebucht. Im Sommer 2022 und 2023 wurden auf Initiative der Linzer Volkspartei deshalb zusätzliche Intensivschwimmkurse seitens der LINZ AG angeboten, ein Kursangebot für diesen Sommer ist jedoch noch nicht vorhanden. Mit einem bereits jetzt vollausgelasteten Kursprogramm steht Linz vor der Herausforderung, die Wassersicherheit für seine jüngsten Bürgerinnen und Bürger durch ausreichend Schwimmunterricht sicherzustellen. In diesem Zusammenhang darf ich um Beantwortung folgender Fragen ersuchen: 1. Wird es auch im Sommer 2024 von der Stadt beauftragte Schwimmkurse der LINZ AG geben? 2. Welche Maßnahmen sind geplant, um das generelle Angebot an Schwimmkursen in Linz für den kommenden Sommer zu erweitern? 3. Welche langfristigen Schritte werden unternommen, um das Angebot an Schwimmkursen zu erweitern und somit mehr Kindern die Möglichkeit zu geben, lebensrettende Schwimmfähigkeiten zu erlernen? 4. Gibt es für die Bäderinfrastruktur eine mittelfristige und langfristige Strategie, um die Kapazitäten an Schwimmbahnen in Hallen- und Freibädern nachhaltig sicherzustellen? Wenn ja, wie sieht diese aus? 5. Welche konkreten Maßnahmen werden ergriffen, um die Verfügbarkeit von Schwimmkursen bis zur Fertigstellung des neuen Bades in Ebelsberg im Jahr 2028 zu erhöhen? 6. Welche konkreten Schritte wurden bereits zur Realisierung des Baus des Hallenbades in Ebelsberg gesetzt? 7. Inwieweit wird das neue Bad in der Lage sein, das bestehende Defizit an Kursangeboten zu decken und dem zukünftigen Bedarf an Schwimmkursen für Kinder bei wachsender Bevölkerungsentwicklung gerecht zu werden? Welche Bemessungsgrundlagen liegen hier vor? 8. Gibt es Planungen, finanzielle Unterstützungen oder Förderprogramme für Familien mit geringem Einkommen einzurichten, damit Schwimmkurse für alle Kinder zugänglich sind? Vielen Dank für die Beantwortung der Fragen.“
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„Frau Gemeinderätin Viktoria Langbauer von der ÖVP stellt mir acht Fragen im Zusammenhang mit dem Angebot der Linzer Schwimmkurse. Ich darf gleich eingangs festhalten, dass nicht alle zulässig sind, werde aber im Laufe der Beantwortung noch darauf eingehen. Zu 1.: Ja. Zu 2.: Auch heuer werden wieder rund 30 von der Stadt Linz beauftragte Intensivschwimmkurse angeboten, die auch über die LINZ AG organisiert werden. Die Schwimmkurse werden auf breiter Basis durch Schwimmtrainerinnen und Schwimmtrainer der Schwimmvereine ASV Linz Schwimmverein, SK Voest Linz Schwimmen, Nessie Verein Wasserspaß und SWIM AND FUN OÖ und der LINZ AG abgewickelt. Die Kurse werden im Parkbad, Schörgenhubbad, Hummelhofbad und im Biesenfeldbad angeboten. Die Erfahrungen der Vergangenheit zeigen, dass es sich bei den bestehenden Programmen unter Berücksichtigung der tatsächlichen Nachfrage um ein bedarfsgerechtes Angebot handelt. Zu 3.: Schwimmen zu erlernen stellt in mehrfacher Hinsicht eine wichtige Fähigkeit dar, die es ab dem Kindesalter entsprechend zu fördern gilt, denn beim Schwimmen werden Motorik und Ausdauer geübt. Schwimmen zählt überdies aufgrund der geringen Belastung der Gelenke zu den wenigen Sportarten, die bis ins hohe Alter ausgeübt werden können. Neben den sportrelevanten und gesundheitsfördernden Aspekten zählt der Erwerb von ausreichenden Schwimmkenntnissen darüber hinaus zu den lebensrettenden Fähigkeiten. Der Schwimmunterricht ist daher unter den Gesichtspunkten Sport und Sicherheit als Teil des Pflichtgegenstandes Bewegung und Sport in den Lehrplänen der Pflichtschulen verankert. Das Bestreben der LINZ AG Bäder als städtisches Unternehmen der Daseinsvorsorge liegt darin, entsprechende Wasserflächen und Zeiten in den vier Hallenbädern und den drei Freibädern der LINZ AG für Schule, Sport und private Vereine beziehungsweise auch für den offenen Publikumsbetrieb zur Verfügung zu stellen. Langfristige Schritte, um das Angebot an Schwimmkursen zu erweitern, wurden von der Bundesregierung angekündigt, bislang aber leider nicht umgesetzt. Im Regierungsprogramm 2020 bis 2024 heißt es dazu: ‚Schwimmkurse für alle. Ein österreichweites Konzept für gratis Schwimmkurse für alle Menschen ist zu erarbeiten und umzusetzen.‘ Es befindet sich auch auf der Webseite ‚dievolkspartei.at.‘ Zu 4. bis 7.: Diese drei Fragen darf ich zusammengefasst beantworten, da sie insoweit zulässig sind, als nach Maßnahmen der Stadt unmittelbar gefragt wurde. Soweit es das operative Geschäft der LINZ AG bzw. der LINZ SERVICE GmbH betrifft, ist diese Anfrage unzulässig. Die durch die Stadt Linz angebotenen Sommer-Intensivschwimmkurse 2022 und 2023 führten zu einer maßgeblichen Erhöhung des Schwimmkursangebotes und trugen wesentlich dazu bei, den entstandenen Rückstau der vergangenen Jahre aufgrund der Corona-Pandemie aufzuholen. Ein Defizit an Schwimmangeboten kann in der Realität nicht bestätigt werden, da im Sommer 2023 Intensivschwimmkurse wegen einer zu geringen Anzahl an Teilnehmer*innen abgesagt werden mussten. Der Grad der Auslastung der Schwimmkursangebote ist ein sehr guter Indikator für den gegebenen Bedarf. Die Kapazitäten für das Schwimmen sind naturgemäß von der vorhandenen Infrastruktur abhängig. Diesbezüglich sei angemerkt, dass das Angebot der LINZ AG aufgrund von Bäderschließungen in den vergangenen Jahren verstärkten Zulauf erfährt. Es wurden zum Beispiel die umliegenden öffentlichen Bäder in Enns und Gallneukirchen, sowie die privaten Bäder der Pädagogischen Hochschule der Diözese oder des Julius-Raab-Heimes geschlossen. In diesem Zusammenhang darf auch darauf hingewiesen werden, dass nicht nur Linzerinnen und Linzer die Linzer Bäder nutzen, sondern 40 Prozent der Badegäste von außerhalb kommen. Das ist angesichts der Bädersituation in den Umlandgemeinden nachvollziehbar und eine direkte Folge der fehlenden bzw. mangelnden Unterstützung des Landes Oberösterreich. Denn notwendige Sanierungen können von den Gemeinden allein nicht gestemmt werden. Die Stadt Linz ist als Statutarstadt von der Kostendeckung des Landes Oberösterreich generell ausgenommen. Die Stadt Linz und die LINZ AG erbringen durch ihre Zuschüsse und Verlustübernahmen indirekt Subventionsleistungen für Bewohnerinnen und Bewohner anderer oberösterreichischer Gemeinden und darüber hinaus. Echte Abhilfe wäre wohl nur zu schaffen, wenn die Stadt Linz selbstverständlich gemeinsam mit den anderen Statutarstädten in die Landesbäderfinanzierung aufgenommen werden würde. Zum geplanten Bad in Ebelsberg ist festzuhalten, dass der Architektenwettbewerb abgeschlossen ist und ein Siegerprojekt gekürt wurde. Zu 8.: Für Familien mit geringem Einkommen, sprich Aktivpassbesitzer*innen, werden die Sommer-Intensivschwimmkurse der Stadt Linz von Beginn an zum halben Preis angeboten. In diesem Zusammenhang darf ich diesbezüglich noch einmal auf das von der Bundesregierung angekündigte gratis Schwimmkursangebot für alle Menschen in Österreich mit der geplanten Umsetzung 2020 bis 2024 verweisen. Aber wie gesagt, auf diese Umsetzung wird dringend gewartet, viel Zeit bleibt nicht mehr.“