Anfrage von Gemeinderätin Pühringer an Stadträtin Mag.ª Schobesberger betreffend 'Förderung und Verleih von Lastenrädern'

16 · Anfrage · 7. Sitzung des Gemeinderates der Landeshauptstadt Linz

Fragesteller:
Gerichtet an:

Status:Beantwortet

Zusammenfassung

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Im Mittelpunkt stehen die Förderung und der Verleih von Lastenrädern in Linz sowie die Frage, wie stark diese Mobilitätsform bereits genutzt wird. Seit 2016 wurden insgesamt 728 Räder und Anhänger gefördert, dafür 337.706 Euro ausbezahlt; die Zahl der geförderten Einheiten und die Förderbeträge sind über die Jahre deutlich gestiegen. Ausbezahlt wurden Förderungen an 660 Personen und 68 Firmen, während die Stadt Modelle zwar aus den Förderabrechnungen kennt, sie aber nicht systematisch nach Typen, Nutzungszwecken oder Branchen auswertet. Für die kostenlosen Lastenräder gelten Nutzungsbedingungen für den persönlichen Gebrauch, und bei Verdacht auf missbräuchliche Nutzung wird nachgegangen. Weitere ausleihbare Modelle sind geplant, die Zahl hängt jedoch von den budgetären Mitteln ab; die Förderungen sollen zudem möglichst breit kommuniziert werden.

Schlagwörter (10):lastenräderlastenradförderungmobilitätradverkehrstadtlinzförderungenleihsystembudgetgewerbebürgerinformation
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„Sehr geehrte Frau Stadträtin Schobesberger, das Lastenfahrrad ist Teil der Lösung im Kampf gegen die Stauproblematik. Kopenhagen beispielsweise setzt voll auf Lastenräder. Über 16.000 Lastenräder sind dort ein echter Change Maker in Bezug auf platzsparende Stadtmobilität. Auch in Linz nutzen immer mehr Menschen Lastenräder, um ihre täglichen Wege zwischen Arbeitsplatz, Schule, Kindergarten und Einkaufsstress frei und schnell zu erledigen. Doch auch für kleinere Gütertransporte oder Gewerbetreibende machen Lastenräder Sinn und werden dafür genutzt. Laut dem Wiener Mobilitätsbericht 2019 haben 15 Prozent der Bevölkerung die Anschaffung eines Lastenfahrrads zumindest schon einmal in Erwägung gezogen. Die Situation in Linz darf als ähnlich angenommen werden. Außerdem hat sich der Trend zum (Lasten-)Fahrrad in der Pandemie noch weiter verstärkt. Um den Anteil der Wege mit Lastenrädern zu erhöhen, braucht es eine gute Datenlage und Kenntnis der lokalen Situation. Zur Erinnerung: Die Stadt Linz fördert für Menschen mit Hauptwohnsitz Linz den Ankauf von Lastenfahrrädern, Elektro-Lastenfahrrädern (in Kooperation mit der Linz AG), Elektro-Lastenanhängern für Fahrräder (in Kooperation mit der Linz AG) und Fahrradanhängern. Weiter fördert die Stadt Linz Betriebe/Organisationen etc. (Firmenstandort in Linz) beim Ankauf von Dienstfahrrädern bzw. von E-Dienstfahrrädern (in Kooperation mit der Linz AG). In diesem Zusammenhang bitte ich Sie um Beantwortung folgender Fragen: 1. Wie viele Räder und Anhänger wurden insgesamt und pro Jahr seit Beginn gefördert? 2. Wie hoch ist das Volumen der ausbezahlten Förderungen bisher insgesamt (nach Jahren aufgeschlüsselt)? 3. An wie viele Privatpersonen wurden Förderungen ausbezahlt? An wie viele Firmen wurden Förderungen ausbezahlt? 4. Wird von der Stadt Linz dokumentiert und fortlaufend erfasst, welche Modelle und Typen Lastenräder und Anhänger gefördert werden? Wenn ja, bitte um Auskunft der Modelle insbesondere um die elektrisch betriebenen Modelle. 5. Wird von der Stadt Linz erfasst bzw. ausgewertet, für welche Zwecke die Privatpersonen die Lastenräder nutzen (Beförderung von Kindern, Beförderung von Lasten bzw. beides)? Wenn ja, wofür werden die Lastenräder genutzt? Wurden die Fördernehmer*innen zu ihrer späteren Nutzung, Zufriedenheit und Alltagserfahrung befragt? 6. Wird von der Stadt Linz erfasst bzw. ausgewertet, aus welchen Branchen die gewerblichen Fördernehmerinnen kommen? Wenn ja, welche Branchen sind in welcher Stärke (Prozent) vertreten? 309 7. Die maximale Ausleihdauer für die vier Lastenräder, die die Stadt Linz der Bevölkerung zur Verfügung stellt, ist mit sieben Tagen beschränkt. Bei der Einsicht in den Kalender zur Terminreservierung fällt auf, dass die drei Elektro-Lastenräder auf Monate im Voraus gebucht sind. Die Buchungen erstrecken sich im Wesentlichen auf ganze Tage (und nicht etwa stundenweise Einsätze). Können Sie sicherstellen, dass die Lastenräder privat und nicht etwa gewerblich (z. B. Botendienste) genutzt werden? 8. Ist der Ankauf von weiteren Lastenleihrädern geplant? Wenn ja, wann und wie viele und welche Modelle? 9. Inwiefern stellt die Stadt Linz sicher, dass auch Menschen mit geringeren Deutsch-Kenntnissen und/oder nicht sehr ausgeprägten Fähigkeiten im Online-Bereich von den Fördermöglichkeiten erfahren bzw. diese nutzen können? 310
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Zu 1.: Insgesamt waren das 728 Räder und Anhänger pro Jahr. 2016 waren es 16, 2017: 100, 2018: 154, 2019: 126, 2020: 112, 2021: 155 und am heurigen Stichtag Mitte Mai waren es 65. Zu 2.: Insgesamt haben wir 337.706 Euro gefördert. Pro Jahr waren das 2016: 4582 Euro, 2017: 35.322 Euro, 2018: 45.691 Euro, 2019: 46.265 Euro, 2020: 64.887 Euro, 2021: 71.057 Euro und bis Mitte Mai dieses Jahres waren es 69.902 Euro. Zu 3.: Im gesamten Förderzeitraum seit 2016 wurden an 660 Personen und an 68 Firmen Förderungen ausbezahlt. Zu 4.: Anhand der Förderabrechnungen wissen wir welche Modelle das sind, es wird aber nicht erfasst, weil die HändlerInnen ein und dasselbe Modell oft unterschiedlich bezeichnen. Zu 5.: Die Stadt Linz, zumindest meine Dienststelle erhebt das nicht. Zu 6.: Nein. Zu 7.: Um ein kostenloses Linz-Rad ausborgen zu können, sind eine gültige KundInnenkarte der Stadtbibliothek sowie ein Mindestalter von 18 Jahren Voraussetzung. Voraussetzung für eine KundInnenkarte der Stadtbibliothek ist ein amtlicher Lichtbildausweis. Bei der Anmeldung werden Vor- und Nachname, Geburtsdatum, Geschlecht und Hauptwohnsitz erfasst. Die Auszuleihenden legen mit ihrer Unterschrift fest, dass sie sich an die Einhaltung der Nutzungsbedingungen halten. Unter anderem ist folgender Passus aufgenommen: ‚Die Entlehnung darf ausschließlich für den persönlichen Gebrauch erfolgen. Es ist nicht erlaubt, ein entliehenes Rad an Dritte weiterzugeben oder zum Zwecke einer öffentlichen Vorführung zu benutzen.‘ Wir gehen davon aus und haben bis jetzt keinen Grund gehabt, daran zu zweifeln, dass das nicht im Rahmen dieser Entlehnbedingungen stattfindet. Wenn es einen solchen Grund gibt, wird diesem entsprechend nachgegangen. Zu 8.: Der Ankauf von weiteren Modellen, die in der Bibliothek ausgeborgt werden können, ist geplant. Wir schauen, dass wir möglichst unterschiedliche Modelle im Portfolio haben, damit die Leute auch unterschiedliche Modelle ausprobieren und testen können. Es hängt von den budgetären Mitteln am Ende des Jahres ab, wie viele wir anschaffen können. Zu 9.: Grundsätzlich schauen wir, dass wir unsere Förderungen möglichst breit kommunizieren, die HändlerInnen in Linz wissen natürlich ganz genau Bescheid, welche Fördermöglichkeiten es gibt. Die Homepage der Stadt Linz ist nicht im Handlungsspielraum meiner Dienststelle, das müsste man sich insgesamt anschauen. 310 Ich hoffe, dass ich die Fragen zur Zufriedenheit beantwortet habe und schließe hiermit.