Anfrage von Gemeinderat Grabmayr an Bürgermeister Prammer betreffend „Interreligiöses Iftar 2025“ von der Gemeinderatssitzung am 24. April 2025

1 · Anfrage · 30. Sitzung

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Status:Beantwortet

Zusammenfassung

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Das interreligiöse Fastenbrechen im Alten Rathaus diente der Förderung des Dialogs zwischen den Glaubensgemeinschaften in Linz und der Stärkung bestehender Netzwerke. Eingeladen waren Vertreterinnen und Vertreter islamischer, jüdischer, buddhistischer und christlicher Gemeinschaften sowie Mitglieder der Stadtregierung und weiterer Institutionen. Als offizielle Veranstalterin wurde die Islamische Glaubensgemeinschaft Oberösterreich gemeinsam mit dem Bürgermeister genannt; das Format wurde bereits 2011, 2012 und 2013 im Alten Rathaus durchgeführt. Für das Catering entstanden Kosten von 9.370 Euro brutto. Ein gleichwertiges Format für andere Religionsgemeinschaften wurde nicht bestätigt, zugleich verwies die Stadt auf weitere regelmäßige Kontakte und Austauschformate mit christlichen Kirchen.

Schlagwörter (10):interreligiöser dialogfastenbrechenreligionsgemeinschaftenaltes rathausintegrationcateringkostenkulturdialogchristliche kircheislamische glaubensgemeinschaftstadtregierung
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Sehr geehrter Herr Bürgermeister! Am 26. März fand im Renaissance-Saal des Alten Rathauses in Linz der ‚interreligiöse Iftar IRIF'25‘ statt. Laut der Facebook-Seite der ‚Islamischen Religionsgemeinde Oberösterreich‘ trafen sich Vertreter der islamischen Religionsgemeinschaft, Imame und Sie in Ihrer Funktion als Bürgermeister, um das rituelle Fasten während des Ramadans zu beenden. Aus Sicht der FPÖ tun sich in diesem Zusammenhang Fragen betreffend die Abhaltung dieses Anlasses auf, um deren Beantwortung ich hiermit ersuche. 1. Wer war der offizielle Veranstalter und welcher Personenkreis wurde dazu eingeladen? 2. Wurde diese Veranstaltung in diesem Format schon in der Vergangenheit in offiziellen Räumlichkeiten der Stadt abgehalten? 3. Sind der Stadt Kosten für die Abhaltung dieses Anlasses entstanden? 4. Wenn ja, wie hoch beliefen sich diese Kosten? 5. Wofür wurden diese Kosten aufgewendet? 6. Gab es in der Vergangenheit ähnliche Veranstaltungen mit anderen Glaubensgemeinschaften (buddhistische, hinduistische, jüdische et cetera), die von der Stadt abgehalten wurden? 7. Warum wird kein gleichwertiges Format für die christliche Religionsgemeinschaft, beispielsweise in Form einer traditionellen Osterjause, abgehalten? 8. Ist künftig geplant, andere Religionsgemeinschaften zu besonderen religiösen Anlässen, im Rahmen eines ähnlichen Formats, in die Räumlichkeiten des Alten Rathauses einzuladen? Ich danke für die Beantwortung der Fragen!
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Zu 1.: Offizielle Veranstalterin des interreligiösen Fastenbrechens war die Islamische Glaubensgemeinschaft Oberösterreich gemeinsam mit mir in meiner Funktion als Bürgermeister. Wir haben dazu Vertreterinnen und Vertreter der verschiedenen Glaubens- und Religionsgemeinschaften in Linz eingeladen, darunter die islamischen, jüdischen, buddhistischen, sowie auch die verschiedenen christlichen Gemeinschaften. Teilgenommen haben unter anderem die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde Linz, der Bischofsvikar in Vertretung des Diözesanbischofs, sowie Repräsentant*innen der Buddhistischen Religionsgemeinschaft Oberösterreich, neben selbstverständlich den verschiedenen Vertreterinnen und Vertretern der islamischen Organisationen. Zudem wurden alle Mitglieder der Linzer Stadtregierung sowie beispielsweise Vertreter*innen der Integrationsstelle Oberösterreich, des Linzer Stadtpolizeikommandos und des Militärkommandos Oberösterreich eingeladen. Ziel war es, den interreligiösen Dialog zu fördern und bestehende Netzwerke zu stärken. Da zeitgleich die Fastenzeit der christlichen Religionen stattgefunden hat, wollten wir im Zeichen des zeitgleichen Fastens verschiedener Religionen gemeinsam in einen Austausch treten. Wenn Stadtrat Dr. Michael Raml, der auch eingeladen war, oder ein*eine Vertreter*in von ihm unserer Einladung gefolgt wäre, dann hätte sich auch die FPÖ von diesem respektvollen Miteinander vor Ort überzeugen können. Zu 2.: Ja, in den Jahren 2011, 2012 und 2013 wurde diese Veranstaltung bereits in diesem Format durch das Integrationsbüro der Stadt Linz im Alten Rathaus organisiert und auch abgehalten. Zu 3.-5.: Ja, im Zusammenhang mit dieser Veranstaltung sind Kosten in der Höhe von 9.370 Euro brutto entstanden, welche für das Catering aufgewendet wurden. Zu 6.-7.: Ich habe zwar ministriert und ich habe zwölf Jahre Religionsunterricht genossen, aber eine Osterjause ist mir da nie untergekommen. Jedenfalls hat mein Religionslehrer nie eine serviert. Zu 8.: Ich kann Ihnen dazu sagen, dass ich seit meiner Angelobung als Bürgermeister der Stadt Linz am 6. Februar regelmäßig und aktiv im Austausch mit Vertreter*innen verschiedenster Glaubensgemeinschaften stehe. Zwei Tage nach meiner Angelobung durfte ich beispielsweise den Ball der Evangelischen Kirche im Neuen Rathaus eröffnen. Anfang April war ich dann zu einem persönlichen Gespräch bei Bischof Dr. Manfred Scheuer im Bischofshof zu Gast, um auch den Austausch mit der katholischen Kirche zu vertiefen. Zudem hat kürzlich auch hier im Alten Rathaus ein Seelsorger*innentreffen der Pfarrvorstände stattgefunden, wo ich die neuen Pfarren in Linz kennenlernen durfte. Dieses jährliche Treffen mit den Linzer Seelsorgerinnen und Seelsorgern wird in enger Zusammenarbeit mit der Diözese Linz organisiert. Es hat bereits eine lange Tradition und wird vom Bürgermeisterbüro koordiniert. Es wechselt jährlich zwischen dem Alten Rathaus und einer Linzer Pfarre und stellt ein etabliertes Format des Austausches mit der katholischen Glaubensgemeinschaft dar. Das interreligiöse Fastenbrechen war dabei nicht nur ein besonderer Anlass, um gemeinsame Werte sichtbar zu machen, sondern auch ein bewusster Auftakt für einen vertieften interreligiösen Dialog in Linz. Ziel ist es, bestehende Kontakte weiter zu stärken, neue Formate zu entwickeln und das respektvolle Miteinander in unserer vielfältigen Stadt zu fördern. In diesem Sinne sehe ich das gemeinsame Fastenbrechen als einen weiteren wichtigen Schritt im Dialog und in der Zusammenarbeit mit den verschiedensten Religionsgemeinschaften.