Anfrage von Gemeinderat Mag. Roth-Schmida an Bürgermeister Prammer betreffend „Schau auf Linz“ Relaunch‘

5 · Anfrage · 28. Sitzung

Gerichtet an:

Status:Beantwortet

Zusammenfassung

KI Generiert

Der Relaunch der digitalen Feedbackplattform „Schau auf Linz“ kostete 126.532 Euro und führte zu einer Umstellung auf eine native Smartphone-App mit Ticketsystem. Die Bearbeitungszeit von Meldungen hat sich dadurch deutlich verkürzt, weil der Arbeitsaufwand im Teleservicecenter nahezu halbiert wurde. Die Plattform wurde für die mobile Meldung von Infrastrukturproblemen wie Verunreinigungen, Straßenschäden, Beleuchtung oder Vandalismus neu ausgerichtet; eine Web-Version und eine Statistikfunktion wurden bewusst nicht mehr vorgesehen. Seit der Umstellung blieb die Nutzung nahezu gleich, mit 6.433 registrierten Nutzerinnen und Nutzern, 3.357 Meldungen und 179 stornierten Einträgen. Für eine ergänzende Web-Version werden rund 15.000 Euro sowie zusätzliche laufende Kosten genannt, während weitere Anpassungen bei Kategorien und Barrierefreiheit angekündigt werden.

Schlagwörter (10):digitale feedbackplattforminfrastrukturmeldungensmartphone-apprelaunchbearbeitungszeitticketsystembürgerbeteiligungverunreinigungstraßenschädenbarrierefreiheit
FragetextEinblendenAusblenden
„Sehr geehrter Herr Bürgermeister, seit Anfang 2013 bietet die städtische digitale Feedbackplattform ‚Schau auf Linz‘ Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit, direkt mit dem Magistrat in Kontakt zu treten, um Missstände wie verschmutzte Verkehrsflächen, defekte Straßenlaternen oder illegale Müllablagerungen zu melden. Im Jahr 2023 wurden über 5.500 Meldungen über die Plattform eingereicht, wovon laut Aussendung der Stadt mehr als die Hälfte erfolgreich bearbeitet werden konnten. Im Sommer 2024 erfolgte ein Relaunch der Plattform, bei dem die Funktionalitäten überarbeitet und das System auf eine native Smartphone-App umgestellt wurde. Die Meldemöglichkeit über eine Webseite mit Forum-Funktion und einer übersichtlichen Darstellung vergangener Einträge wurde eingestellt. Ich stelle daher laut Statut Linz § 12 nachstehende Anfragen: 1. Wie hoch sind die Gesamtkosten für den Relaunch der Plattform ‚Schau auf Linz‘? 2. Hat sich die Bearbeitungszeit von Meldungen seit dem Relaunch der Plattform verändert? 3. Warum wurde die App als native Smartphone-App entwickelt und nicht von Anfang an in einer plattformunabhängigen Form, um sowohl Web- als auch App-Funktionalitäten zu integrieren, zum Beispiel als Progressive Web App (PWA)? Welche zusätzlichen Kosten und welcher zeitliche Aufwand wären für eine solche plattformunabhängige Entwicklung im Vergleich zur aktuellen Vorgehensweise entstanden? 4. Wie haben sich die Nutzungszahlen seit dem Relaunch 2024 verändert? a. Wie viele Benutzerkonten sind aktuell auf der neuen Smartphone-App registriert und wie viele waren zuvor auf der alten Web-Version angemeldet? b. Wie viele Zugriffe wurden in diesen Zeiträumen auf die Plattform verzeichnet? c. Wie viele Meldungen wurden 2024 jeweils vor und nach der Umstellung verzeichnet? d. Wie setzen sich diese Meldungen thematisch zusammen? Wurden mit dem Relaunch die Themenkategorien geändert? e. Wie viele Meldungen wurden seit der Einführung der neuen App gelöscht und welche Gründe - abgesehen vom Datenschutz - führten zur Löschung? 5. Mit welchen geschätzten Kosten ist für die nachträgliche Entwicklung einer Web-Version von ‚Schau auf Linz‘ als Ergänzung zur Smartphone-App zu rechnen, sowohl mit als auch ohne Forumsfunktion? 6. Gibt es eine Möglichkeit, in der neuen App eine Historie aller Meldungen (ohne personenbezogene Daten) thematisch und nach Orten aufgeschlüsselt anzuzeigen, beziehungsweise einzuarbeiten, um die Transparenz für die Bürger*innen zu erhöhen? 7. Welche weiteren Maßnahmen sind geplant, um die Akzeptanz und Nutzung der neuen App zu erhöhen und eine breitere Beteiligung der Bürger*innen zu gewährleisten? 21 8. Würden Sie als neuer Bürgermeister eine ähnliche App einführen, welche hinsichtlich Zugänglichkeit, Sichtbarkeit der Meldungen, demokratischen Austausch und Diskussion über städtische Themen einen objektiven Rückschritt darstellt? Danke für die Beantwortung."
AntwortEinblendenAusblenden
Zu 1.: 126.532 Euro. Zu 2.: Ja, die Bearbeitungszeit hat sich deutlich verbessert. Durch die Umstellungen im Jahr 2024 und die Einführung des Ticketsystems wurde der Arbeitsaufwand für die Bearbeiterinnen und Bearbeiter im Teleservicecenter nahezu halbiert. Der gesamte Bearbeitungsprozess wurde wesentlich vereinfacht und standardisiert, was zu einer erheblichen Zeitersparnis bei der Bearbeitung der Meldungen führt. Zu 3.: Die App wurde mit einer plattformübergreifenden Technologie auf Basis der Open-Source-Frameworks Vue.js und CapacitorJS entwickelt. Diese Technologie ermöglicht sowohl eine Progressive Web-App (PWA) als auch eine Handy-App, eine Web-Version oder eine Electron-Anwendung (Framework zum Erstellen von Desktop-Anwendungen). Die Entscheidung für eine reine Smartphone-App basierte auf dem typischen Anwendungsfall: Bürgerinnen und Bürger sollen Probleme im Stadtgebiet schnell und unkompliziert über ihr Smartphone melden können. Die Nutzer*innen können den Standort des Problems für verschiedene vordefinierte Kategorien auf einer Karte markieren, eine Beschreibung hinzufügen und optional auch ein Foto hochladen. Auf eine Web-Version wurde bewusst verzichtet, da der Fokus auf der mobilen Nutzung liegt. Zu 4.a.: In der alten Web-Version waren 6.400 Userinnen und User registriert. Aktuell sind es mit der neuen Smartphone-App 6.433, also mehr. Davon sind 3.445 wirklich aktiv registrierte Benutzerinnen und Benutzer. Zu 4.b.: Das waren 3.357 Meldungen, 6.633 Nachrichten, 2.545 hochgeladene Bilder und 11.322 versendete Push-Benachrichtigungen. Zu 4.c.: Die Umstellung ist am 4. Juli 2024 erfolgt. Zuvor waren es im 1. Halbjahr 3.147 und im 2. Halbjahr 2.772 Tickets. Das ist insgesamt eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr. Zu 4.d.: Ich darf kurz die Zusammensetzung vorlesen. - Öffentliche Beleuchtung: 269 - Ampelanlage: 102 - Baustellen: 119 - Grünflächen: 339 - Straßenschäden: 168 - Straßenschilder: 235 - Verunreinigung (Platz 1): 1.050 - Beschädigung/Vandalismus: 249 - Mobilität (Platz 2): 826 22 Die Themenkategorien wurden mit dem Relaunch mit Fokus auf Infrastrukturthemen leicht angepasst und zusammengefasst. Eine weitere Anpassung ist für den nächsten Relaunch geplant. Zu 4.e.: Insgesamt wurden 179 Meldungen storniert, hauptsächlich aus den erwähnten Datenschutzgründen oder weil sie kein Infrastrukturthema betrafen. Vereinzelt wurden auch Meldungen mit Beschimpfungen oder ohne ableitbares Anliegen storniert. Zu 5.: Die grob geschätzten Kosten für die Entwicklung einer Web-Version belaufen sich auf circa 15.000 Euro. Für eine genaue Einschätzung der Kosten einer Forumsfunktion müssen zunächst die Anforderungen spezifiziert werden. Dazu kommen noch im günstigsten Fall, je nach Servicepaket, für das Hosten der Webseite circa 3.000 Euro pro Jahr für Wartung und Instandhaltung. Die Kosten für den Betrieb eines Forums lassen sich leider ohne nähere Details, Umfang des Forums, Eigenentwicklung versus Standardsoftware, et cetera, überhaupt nicht abschätzen. Es muss auch berücksichtigt werden, dass eine allfällige Forumsfunktion mit einem zusätzlichen Betreuungsaufwand verbunden ist. Das Forum müsste redaktionell betreut werden. Zu 6.: Im Zuge des Relaunchs wurde bewusst entschieden, die Statistikfunktion nicht mehr vorzusehen. Der Fokus liegt in einer einfachen und übersichtlichen Gestaltung der App mit den wesentlichen Funktionen zur Meldung von Infrastrukturproblemen. Zu 7.: Die Nutzungszahlen sind trotz Wegfall der Web-Plattform annähernd gleichgeblieben, was die Akzeptanz der App zeigt. Der Fokus auf Infrastrukturthemen schärft den Zweck der Anwendung. Für weitere Anliegen können sich Bürger*innen an das Bürger*innenservice wenden. Anregungen zur Barrierefreiheit wurden gesammelt und werden beim nächsten Release berücksichtigt. Zu 8.: In dieser Frage ist die Wertung enthalten, dass es einen Rückschritt gibt. Das sehen wir naturgemäß anders. Als Bürgermeister ist es meine Aufgabe, die Stadtverwaltung effizient zu gestalten und den größtmöglichen Nutzen für die Linzer*innen sicherzustellen. Die neue Version von „Schau auf Linz“ stellt eben keinen Rückschritt dar, sondern eine gezielte Verbesserung. Man kann zum Beispiel Infrastrukturprobleme noch schneller und unkomplizierter melden. Die steigenden Nutzungszahlen bestätigen, dass die App ihren Zweck erfüllt und von den Bürgerinnen und Bürgern gut angenommen wird. Gleichzeitig nehme ich die Bedenken hinsichtlich der Zugänglichkeit und der Bürger*innenbeteiligung ernst. Die App wird laufend evaluiert und weiterentwickelt. Für den demokratischen Austausch über städtische Themen stehen zusätzliche Kanäle zur Verfügung. Wir prüfen ständig neue Möglichkeiten zur Bürger*innenbeteiligung. Unser Ziel ist eine Stadtverwaltung, die sowohl effizient Probleme löst als auch die Linzer und Linzerinnen einbindet und genau darauf arbeiten wir hin. 23