Anfrage von Gemeinderat Brandstetter an Stadträtin Lang-Mayerhofer betreffend „Kulturimpulse im Linzer Süden“

15 · Anfrage · 37. Sitzung des Gemeinderates der Landeshauptstadt Linz

Fragesteller:
Gerichtet an:

Status:Beantwortet

Zusammenfassung

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Im Mittelpunkt steht die kulturelle Belebung des Linzer Südens, insbesondere die Frage, ob ein Sommerkino in Kleinmünchen 2026 oder 2027 umgesetzt werden kann. Als Begründung werden die starke Konzentration kultureller Angebote in der Innenstadt, das Bevölkerungswachstum in Ebelsberg, Pichling, Kleinmünchen-Auwiesen und Neue Heimat sowie der Bedarf an wohnortnaher Stadtteilkultur genannt. Die Antwort verweist darauf, dass die künftigen Schwerpunkte im dritten Kulturentwicklungsplan noch nicht beschlossen sind und zusätzliche Mittel 2026 wegen budgetärer Konsolidierung derzeit fehlen. Fachlich wurde das Sommerkino-Konzept geprüft; wegen des späten Beginns von Freiluftvorführungen wird die Zielgruppe Familien und Kinder als schwer erreichbar eingeschätzt. Zugleich werden bestehende und geplante Formate wie Stadtteilförderungen, Konzerte, Bibliotheksangebote und Projekte im Linzer Süden als Beispiele für kulturelle Nahversorgung genannt.

Schlagwörter (10):stadtteilkulturlinzer südensommerkinokulturentwicklungsplankulturförderungbevölkerungswachstumfamilienangebotefreiluftkinobudgetkonsolidierungkulturelle nahversorgung
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„Sehr geehrte Frau Stadträtin Doris Lang-Mayerhofer, in der 26. Gemeinderatssitzung im Dezember 2024 habe ich als kleinen Impuls für die Stadtteilkultur im Linzer Süden einen Antrag für ein Sommerkino in Kleinmünchen eingebracht. Ziel war es, ein unkompliziertes, kostengünstiges Sommerkino zu etablieren, das populäre Kinder- und Jugendfilme zeigt und ein niederschwelliges, wohnortnahes und auch kostenloses Angebot für Familien schafft. Der Antrag wurde damals einstimmig dem Ausschuss zugewiesen. Nach dem Bericht dazu ist seither jedoch nichts mehr geschehen. Der Antrag wurde vor dem Hintergrund gestellt, dass sich viele kulturelle Angebote und Institutionen in Linz stark auf die Innenstadt konzentrieren, während in den Stadtteilen, insbesondere im Linzer Süden, deutlich weniger Angebot vorhanden ist. Gleichzeitig hat ein großer Teil des Bevölkerungswachstums der letzten Jahre gerade dort stattgefunden. In den Stadtteilen Ebelsberg, Pichling, Kleinmünchen-Auwiesen und Neue Heimat leben mittlerweile über 60.000 Menschen, und vor allem in Ebelsberg entstehen weiterhin zahlreiche neue Wohnungen. Damit stellt sich auch eine Frage der sozialen und kulturellen Stadtentwicklung, eine Frage der sozialen Gerechtigkeit. Es gibt in Linz zu Recht das politische Bekenntnis, dass kulturelle Angebote von der öffentlichen Hand als Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge angeboten werden und diese Angebote sollten für die Menschen in allen Stadtteilen gut erreichbar sein. Das vorgeschlagene Sommerkino war als kleines, konkretes Beispiel gedacht, um ein wohnortnahes Kulturangebot im Linzer Süden zu stärken. Vor diesem Hintergrund bitte ich um die Beantwortung der untenstehenden Fragen. 1. Sommerkino Kleinmünchen a) Wird das geplante „Sommerkino Kleinmünchen“ im Sommer 2026 umgesetzt? b) Gibt es bereits konkrete Planungen zur Umsetzung (zum Beispiel Termin, Ort, organisatorischer Rahmen)? c) Falls das Sommerkino auch 2026 nicht umgesetzt wird: Aus welchen Gründen kommt es nicht zur Umsetzung? d) Falls das Sommerkino 2026 nicht umgesetzt wird, wird geplant, es im Sommer 2027 umzusetzen? 2. Strategien und Maßnahmen a) Welche Maßnahmen oder Strategien verfolgt Ihr Ressort, um kulturelle Angebote und Fördermittel räumlich ausgewogen auf die Linzer Stadtteile zu verteilen? b) Sind im Linzer Süden (4030) Veranstaltungen oder Formate geplant, die dem Charakter eines niederschwelligen Stadtteilformats wie einem „Sommerkino Kleinmünchen“ entsprechen? c) Wie hat Ihr Ressort auf das starke Bevölkerungswachstum in den südlichen Linzer Stadtteilen (Neue Heimat, Kleinmünchen-Auwiesen, Ebelsberg, Pichling) in den vergangenen Jahren kulturpolitisch reagiert, und welche Maßnahmen wurden in Ihrer nunmehr fast zehnjährigen Ressortverantwortung gesetzt, um dort zusätzliche kulturelle Angebote zu schaffen? 31 d) Welche konkreten kulturellen Projekte, Veranstaltungen oder Fördermaßnahmen wurden in den vergangenen Jahren in den Stadtteilen Neue Heimat, Kleinmünchen-Auwiesen, Ebelsberg und Pichling umgesetzt beziehungsweise gefördert? Ich ersuche um eine Auflistung nach Stadtteilen. Herzlichen Dank für die Beantwortung der Anfrage.
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„Zu 1.a. bis d.: Wie schon im Kulturausschuss am 28. Jänner 2025 berichtet wurde, werden konkrete Maßnahmen zur kulturellen Belebung des Linzer Südens sowie daraus resultierende Veranstaltungsformate im Rahmen des dritten Kulturentwicklungsplans (KEP3) behandelt. Das Ergebnis ist noch abzuwarten. Die im KEP3 vorgeschlagenen Maßnahmen und Ziele werden ab Ende März - das ist ja schon bald - auch im Stadtkulturbeirat und im Kulturausschuss des Linzer Gemeinderats diskutiert, bevor dann dem Gemeinderat die finale Strategie vorgelegt wird. Die Beschlussfassung unseres KEP3 wird dann wahrscheinlich am 2. Juli im Gemeinderat durchgeführt. So ist es derzeit geplant. Da sich der neue Kulturentwicklungsplan der Stadt Linz zwar im Finale, aber noch in Ausarbeitung befindet, sind die künftigen kulturpolitischen Schwerpunkte und Maßnahmen, insbesondere im Bereich der Stadtteilkultur, noch nicht beschlossen. Diese sind jedoch eine wesentliche Grundlage für die Beurteilung, ob und in welcher Form ein Projekt wie das Sommerkino im Linzer Süden umgesetzt werden kann. Wie wir alle wissen, steht das Jahr 2026 insgesamt im Zeichen budgetärer Konsolidierung, was ich nicht unerwähnt lassen möchte. Diese betrifft natürlich auch unsere Abteilung Linz Kultur. Zusätzliche finanzielle Spielräume für neue eigene Projekte oder Veranstaltungen stehen daher aktuell nicht zur Verfügung. Weiters kann ich Ihnen berichten, dass das konkret eingereichte Konzept fachlich geprüft wurde. Dabei hat sich gezeigt, dass Freiluftkinos - Filmvorführungen im Freien - im Sommer erst bei Einbruch der Dunkelheit beginnen, also frühestens gegen 21 Uhr starten können. Ein so später Beginn von Sommerkinos würde daher auch aus Sicht der Fachabteilung die gewünschte Zielgruppe Familien und Kinder, mit dem von Ihnen angesprochenen Fokus, eher verfehlen. Was die Umsetzung für 2027 betrifft, so gilt es zunächst die Ergebnisse des KEP3-Prozesses abzuwarten. Auf dieser Grundlage wird dann entschieden, wie mit solchen Projekten künftig umgegangen wird. In diesem Zusammenhang möchte ich auch erwähnen, dass es jedem Kulturverein offensteht, ein Projekt wie ein Sommerkino selbst umzusetzen und bei der Stadt Linz um eine entsprechende Förderung anzुसuchen. Dies ist im laufenden KEP3-Prozess allerdings nicht passiert. Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass die Stadt Linz stets offen für neue Ideen im Bereich der Stadtteilkultur ist und bereitsteht, innovative kulturelle Initiativen zu unterstützen. Die Stadtteilkultur ist uns ganz besonders wichtig und die Unterstützung von Eigeninitiativen oder Bottom-up-Strukturen ist sogar ein wesentliches kulturpolitisches Thema. 32 Zu 2.a.) Auch hier ist der laufende KEP3-Prozess zentral. Dieser wird ein umfassendes kulturpolitisches Strategiepapier darstellen und sich insbesondere mit der Stadtteilkultur und - das möchte ich betonen - einem Schwerpunkt im Linzer Süden beschäftigen. Dabei werden bestehende Förderinstrumente überprüft und weiterentwickelt. Schon jetzt zeigt sich, dass Projekte mit starkem Stadtteilbezug in der Förderpraxis besonders berücksichtigt werden. Zusätzlich gibt es mit dem „LinzKultur/4“ ein eigenes Förderprogramm für Stadtteilkultur, das jährlich mit 10.000 Euro dotiert ist. Ein konkretes Beispiel ist das Projekt „Impro im Grätzl“ von David Wagner & Co, das über den Sonderfördertopf „LINZimPULS“ unterstützt wurde und auch im Linzer Süden sehr erfolgreich umgesetzt wurde. Darüber hinaus finden regelmäßig kulturelle Veranstaltungen, wie zum Beispiel Blasmusikkonzerte, in den südlichen Stadtteilen statt. Für das Jahr 2026 sind mehrere solcher Konzerte geplant, etwa in der Neuen Heimat, in Ebelsberg, in der solarCity oder in Kleinmünchen. Gleichzeitig muss man festhalten, dass eine vollständig gleichmäßige Verteilung von Fördermitteln nur eingeschränkt steuerbar ist. Sie hängt natürlich auch stark davon ab, welche Initiativen aus welchen Stadtteilen tatsächlich Projekte einreichen. Zu 2.b.) Auch hier gilt, dass die weiteren Entwicklungen und konkreten Maßnahmen wesentlich vom KEP3-Prozess abhängen. Ich kann Ihnen aber versichern, dass uns Stadtteilkultur wichtig ist, natürlich auch im Linzer Süden. Wir haben uns daher sogar schon konkrete Maßnahmen für den Linzer Süden überlegt, da diese auch von Bürger*innen beim KEP3-Prozess gewünscht und eingefordert wurden. Es wird also sicherlich etwas kommen. Zu 2.c.) In den vergangenen zehn Jahren wurden zahlreiche Maßnahmen gesetzt, um das kulturelle Angebot im Linzer Süden gezielt auszubauen. Ein zentrales Beispiel ist das Projekt „Musikalischer Südwind“ der Musikschule der Stadt Linz. Dabei erhalten Volksschulkinder sowohl im ergänzenden Instrumentalunterricht als auch im regulären Unterricht einen niederschwelligen Zugang zu Musik und Instrumenten. Aktuell nehmen mehrere hundert Kinder pro Jahr daran teil. Insgesamt sind sieben Standorte im Linzer Süden bei diesem Projekt eingebunden. Als die Bibliotheken noch in meinen Zuständigkeitsbereich fielen – jetzt sind sie ja bei Stadträtin Eva Schobesberger –, war ein weiterer wichtiger Schritt der Ausbau der Stadtbibliothek im Volkshaus Auwiesen zu einem modernen Bibliothekszentrum mit eigenem Kinderbereich und zusätzlichen Veranstaltungsangeboten. Gleichzeitig konnten alle Bibliothekstandorte im Linzer Süden erhalten werden. Sie waren letztlich, trotz des damaligen Sparpakets, nicht von den Schließungen betroffen. Eine weitere Maßnahme war der Ausbau des zentralen Förderangebots für Stadtteilkulturinitiativen, dem „LinzKultur/4“. Dieser wird seit 2020 nicht mehr biennal, sondern jährlich mit 10.000 Euro ausgeschrieben. Da kann man natürlich jederzeit solche Projekte einreichen. 33 Seit 2022 wird zudem eine zentrale infrastrukturelle Einrichtung gefördert, die für den Stadtteil Ebelsberg identitätsstiftend ist, nämlich das „Forum Museum Wehrgeschichte Oberösterreich“. Wie bereits erwähnt, wird aktuell im KEP3-Prozess insbesondere Stadtteilkulturarbeit im Linzer Süden als Schwerpunktsetzung behandelt. Zu 2.d.) Kulturelle Nahversorgung in den Stadtteilen und damit auch im Linzer Süden passiert vor allem durch ansässige Vereine, durch Initiativen und Akteur*innen, die mittels Kulturförderung vonseiten der Abteilung Linz Kultur unterstützt werden. In diesem Zusammenhang sind das „Forum Museum Wehrgeschichte Oberösterreich“ in Ebelsberg, der „Kunstverein NH10“ in der Neuen Heimat, die „Galerie Hoffelner“ im Südpark, der „Verein für gesellschaftspolitische Positionen“ in Pichling, der „First Country and Western Club Austria“ in Pichling, der „Kulturverein Auwiesen“ mit den sommerlichen Open-Air-Konzerten, zum Beispiel „Rockturbine“, und Initiativen wie die „MUTS-Kids“ zu nennen. Ebenso organisiert der von Linz Kultur geförderte „Oberösterreichische Blasmusikverband Bezirk Linz Stadt“ mit seinen Mitgliedsvereinen alljährlich zahlreiche Veranstaltungen im ganzen Stadtgebiet. In den konkret von Ihnen angefragten Stadtteilen finden diese im Volkshaus Neue Heimat, im Pfarrsaal Pichling, im Schloss Ebelsberg, im Seniorenzentrum Kleinmünchen sowie in der solarCity statt. Ergänzend hervorheben möchte ich die Aktivitäten der Magistratsmusik im Linzer Süden, wie beispielsweise beim Maibaumaufstellen vor dem Seniorenzentrum Ebelsberg, beim Adventkonzert sowie bei der Heurigenjause im Seniorenzentrum Kleinmünchen, oder auch bei der Schmankerlverkostung beim Biobauernmarkt in der solarCity. Es gibt also zahlreiche Initiativen, die wir kulturell unterstützen. Weiters darf ich nochmals die zuvor erwähnten Angebote der Musikschule der Stadt Linz im Rahmen des „Musikalischen Südwinds“ erwähnen, die ebenso einen wichtigen Beitrag zur kulturellen Nahversorgung in diesen Stadtteilen leisten. Auch die jährliche Kinderkulturwoche möchte ich nicht unerwähnt lassen. Diese ist auch auf das ganze Stadtgebiet verteilt und in den verschiedenen Locations aktiv. Des Weiteren ist auch das Kinderkulturzentrum Kuddelmuddel mit einer mobilen Bühne in den Stadtteilen unterwegs, um Kultur vor Ort niederschwellig anzubieten. Es wird also auch im Linzer Süden sicherlich einmal haltmachen. Abschließend darf ich Ihnen mitteilen, dass wir noch viele andere Initiativen in den Stadtteilen fördern. Diese Angaben bezogen sich jetzt nur auf die drei angefragten Stadtteile beziehungsweise den Linzer Süden. Die Aufzählung für andere Stadtteile werde ich jetzt unterlassen. Ich glaube, es ist schon umfangreich genug. Vielen Dank.“